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Stadt bern ermuntert zum "weiterschreiben"

Stadt bern ermuntert zum "weiterschreiben"

17.09.2010 Die Literaturkommission der Stadt Bern hat 2010 zum vierten Mal Stipendien unter dem Titel "Weiterschreiben" vergeben.


 

Seit 1984 lebt Jürgen Theobaldy (Bild) in Bern und während mehr als zwei Jahrzehnten arbeitete der 1944 in Strassburg geborene und in Mannheim aufgewachsene Lyriker und Prosaautor als Protokollschreiber im eidgenössischen Parlament. In den Siebzigerjahren gehörte der stark von der 68er-Bewegung geprägte Theobaldy - er war Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes - unter dem Schlagwort «Neue Subjektivität» zu den Wortführern eines Lyrikprogramms, das grosse politische Themen und Alltagsbeobachtungen miteinander zu verbinden suchte. Zuletzt veröffentlichte er den Roman «Trilogie der letzten Ziele» (2004). Jürgen Theobaldy wird mit dem «Weiterschreiben»-Hauptstipendium in der Höhe von 20 000 Franken ausgezeichnet.

Das Stipendium für Nachwuchsautorinnen und -autoren (5000 Franken) geht an die 1975 in Oberdiessbach geborene Marion Suter. Die Absolventin des Literaturinstituts Leipzig veröffentlichte bislang Kurzprosa und Dramenauszüge in Anthologien und Literaturzeitschriften. Das Damendramenlabor Zürich präsentierte im Frühling 2010 eine szenische Lesung ihres Stücks «Schnürleib».

Erscheinen Ende 2009 eingestellt

Den Spezialpreis von je 4000 Franken für besondere Leistungen in allen Bereichen der Literatur und Literaturvermittlung erhalten 2010 die Herausgeber der Zeitschrift «Reformatio», Anna Stüssi und Hektor Leibundgut. Vom Zürcher Fraumünster-Pfarrer Peter Vogelsanger 1951 im Geist evangelischer Erneuerung gegründet, pflegte die Ende 2009 nach 58 Jahren eingestellte «Zeitschrift für Kultur, Politik, Religion» stets eine interdisziplinäre Ausrichtung mit einer starken Präsenz der Literatur.

Zu den prägenden Autoren und Redaktoren gehörten über die Jahre unter anderen der Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti sowie die Literaturkritikerin Elsbeth Pulver. Der studierte Theologe und Hochschuldozent Hektor Leibundgut war seit 1983, die Germanistin und Psychologin Anna Stüssi seit 2002 «Reformatio»-Redaktionsmitglied. Leibundgut fungierte Anfang Jahr auch als Mitherausgeber von Kurt Martis gesammelten Kolumnen «Notizen und Details», die zwischen 1964 und 2007 in «Reformatio» abgedruckt worden waren.

Mit diesen Preisen will die städtische Literaturkommission das bisherige Schaffen von Autorinnen und Autoren würdigen und gleichzeitig die Realisierung neuer Projekte finanziell unterstützen.

Die Auszeichnungen werden am Mittwoch, 17. November, im Rathaus Bern übergeben. 

Quelle: Alexander Sury, „Der Bund"

 

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