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25. Juni 2024

PIONIER DES SCHWEIZER LAIENTHEATERS: OSKAR EBERLE (1902-1956)

Radio SRF 2 Kultur, «Kontext» vom heutigen Dienstag, 9.05 Uhr / Wiederholung um 18.30 Uhr / Podcast

Bild: Probe mit Oskar Eberle für das Welttheater Einsiedeln, 1950 – Foto: René_Haury (Adolf Robert Hauri, 1920-1993), Zürich – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Eberle#/media/Datei:Oskar_Eberle_im_Welttheater_Einsiedeln_1950.jpg 

Bekannt für seine christlich-nationalen Festspiele, geriet der Regisseur und Theaterforscher Oskar Eberle im Zuge der Aufarbeitung der Geistigen Landesverteidigung in Verdacht, sich an nationalsozialistischen Ästhetiken orientiert zu haben. Neue Forschungen zeigen, dass dies unhaltbar ist.

Aufgewachsen in Schwyz und geprägt von der Theatralität des katholischen Jahreskalenders, galt Oskar Eberles Leidenschaft schon früh dem Theater. In den 1920er-Jahren hat er die frühe Geschichte des Schweizer Theaters erforscht. Seine «Theatergeschichte der innern Schweiz 1200 – 1800» gilt bis heute als ein Standardwerk.

Eberle hat vier Mal das Einsiedler Welttheater inszeniert, die Luzerner Spielleute gegründet und er wollte Luzern zur Festspielstadt machen. Neben grossen Erfolgen gab es auch immer wieder Abstürze und Rückschläge.

Aktuelle Forschungen zeigen ein neues Bild des umtriebigen Künstlers: Die Theaterhistorikerin Heidy Greco-Kaufmann hatte im Rahmen eines Nationalfonds-Forschungsprojekts erstmals Zugang zum privaten Nachlass von Oskar Eberle und konnte anhand der Tagebücher und Agenden aus den 1930er- und 1940er-Jahren zeigen, dass Eberle in Berlin enge Kontakte mit jüdischen und antifaschistisch eingestellten Wissenschaftlern und Theaterschaffenden pflegte.

Eberle stellte sein Theaterschaffen in den Dienst der Geistigen Landesverteidigung: Nationalsozialismus und Faschismus wollte er mit christlich-humanistischen Werten bekämpfen.

Im Podcast zu hören sind:

– Heidy Greco-Kaufmann, Theaterhistorikerin und Eberle Expertin. Mitherausgeberin von «Theaterpionier aus Leidenschaft», Chronos Verlag Zürich 2024.

– Oskar Eberle im historischen O-Ton und in Auszügen aus seinen Tagebüchern.

Redaktion: Dagmar Walser

Radio-Link:

https://www.srf.ch/audio/kontext/pionier-des-laientheaters-oskar-eberle-1902-1956?id=12611426

Zum Buch:

Heidy Greco-Kaufmann, Tobias Hoffmann
Theaterpionier aus Leidenschaft Oskar Eberle (1902–1956)
Theatrum Helveticum, Band 23
Gebunden
2023. 572 Seiten, 86 Abbildungen s/w.
ISBN 978-3-0340-1747-3
CHF 68.00 / EUR 68.00 

https://www.chronos-verlag.ch/node/28723

#OskarEberle #HeidyGrecoKaufmann #TobiasHoffmann #DagmarWalser #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

—

Nachtrag vom 26.06.2024:

Kommentar von Hans Stutz via https://www.facebook.com/daniel.leutenegger.dlb:

MISSGLÜCKTE EHRENRETTUNG EINES ANTISEMITEN

Der Innerschweizer Oskar Eberle, verstorben 1956, war ein bekannter Theatermann, katholisch-konservativ, nationalistisch und antimodern. Eine Biografie beschönigt sein Wirken.

https://hans-stutz.ch/texte/missglückte-entlastung-eines-antisemiten?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR1_uDyF1FRTLuPBvS1S_f9yXdYCaLlLNDGjC5Td1zKM3VPDICLcgLxV-rA_aem_nHmIG-q_Idj8L1OjOzttFg

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 25. Juni 2024
  • Theater, Kabarett, Literatur

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