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Peter W. Loosli ist gestorben

Peter W. Loosli ist gestorben

15.12.2011 Am vergangenen Freitag ist der Zürcher Puppenspieler Peter W. Loosli im Alter von 92 Jahren gestorben. Über fünfzig Jahre lang begeisterte Peter W. Loosli mit Looslis Puppentheater. Seine revolutionären Ideen haben dem Puppentheater eine neue Richtung verliehen: weg vom Kasperlitheater, hin zum Figuren- und Puppentheater. Damit verschaffte er diesem KleinKunst-Genre ein Ansehen weit über die klassischen Kindervorstellungen hinaus. Für seine nachhaltige Prägung des Puppentheaters wurde Peter W. Loosli dieses Jahr in Thun mit dem EhrenPreis der ktv ausgezeichnet.


Foto oben: ktv

Der EhrenPreis wurde an der PreisGala zur Eröffnung der 52. Schweizer Künstlerbörse der ktv am Donnerstag, 14. April 2011, in Thun übergeben.

Nachfolgend der Text dazu von Tabea Steiner auf der ktv-Webseite:

Nach verschiedenen Engagements bei Radio, Theater, Film und Fernsehen entschloss sich Peter W. Loosli 1948, Puppentheaterstücke zu entwickeln. Zusammen mit seiner Frau Trudi produzierte der ausgebildete «Charakterdarsteller» fortan Puppenspiele für Kinder, die schon bald auch die Erwachsenenwelt begeisterten. Von 1957 bis 1960 war Peter W. Loosli auch im heute legendären Cabaret Fédéral zu sehen, bis 1960 das Puppenspiel zu seiner eigentlichen Hauptbeschäftigung wurde.

Mit Handpuppen und Marionetten aus Holz, Metall, Papier und Textil erzählte er Geschichten wie Pinocchio oder Rumpelstilzli, aber auch «Die Kinderbrücke», ein Stück über Vorurteile und kindliche Versöhnung.

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Der kleine Prinz - Bild: looslispuppentheater.ch

Der grosse Durchbruch gelang Looslis Puppentheater mit «Der kleine Prinz». 1955 uraufgeführt, wurde es in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Ungarn und Russland über fünftausend Mal gespielt. Dank Trudi und Peter W. Loosli ist Antoine de Saint-Exupéry zum meistgespielten französischen Autor im deutschsprachigen Raum geworden, weshalb Peter W. Loosli 1996 vom französischen Kulturministerium als «Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres» aufgenommen wurde.

Mit der Inszenierung des Kleinen Prinzen revolutionierte Peter W. Loosli das klassische Puppentheater. Bis zu diesem Zeitpunkt blieben die Puppenspieler unsichtbar. Peter W. Loosli tat den Schritt auf die Bühne und übernahm als Saint-Exupéry die Rolle des Erzählers. Er ging weit über die bisherigen Grenzen des Genres hinaus: nur wenige Figuren waren an Fäden geführt, andere durch Masken dargestellt, und der sichtbare Erzähler hielt das Spiel zusammen.

Die Verwirklichung der offenen Bühne ermöglichte es zudem, von den Erzählstimmen ab Tonband wegzukommen. Auf diese Weise wird dem Schweizer Publikum durch das Marionettentheater, der kräftigsten und zugleich grazilsten Urform des Theaters seit der Antike, ein unvergessliches Erlebnis zuteil.

1999 verabschiedeten sich Trudi und Peter W. Loosli von der Bühne und hinterlassen als Ritter des französischen Ordens eine wunderbare Erbschaft in der gesamten Theaterszene.

Text: Tabea Steiner

Quelle: http://www.ktv.ch/d/115

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Trudi und Peter W. Loosli - Foto: Sabine Burger

Würdigung von Peter W. Loosli anlässlich der Verleihung des EhrenPreises der ktv in Thun am 14. April 2011

Unter uns hier im Publikum sitzt ein Künstler, der hier in der Nähe, in Sumiswald, auf die Welt gekommen ist. Man schrieb das Jahr 1919. Sein Weg führte vom Maler zum Schauspieler und auf diverse Bühnen unseres Landes. So auch zum legendären Cabaret Fédéral.

Seine wahre und grosse Liebe allerdings entdeckte er bei einer Begegnung mit einem Prinzen. Er brachte diesen Prinzen auf die Bühne, die nun aber eine Marionettenbühne war. Zusammen mit seiner Frau Trudi feierte er mit seinem Petit Prince von Antoine de Saint-Exupéry grosse Erfolge, und er war einer der Pioniere, die das Puppentheater vom Guckkasten erlösten und auf eine offene Bühne führten. Der Erfolg dieser Produktion hatte zur Folge, dass unser Künstler selber in den Adelsstand erhoben wurde und sich seit 1996 «Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres» nennen darf. Dieser Orden wurde ihm vom Ministre de la Culture de la République Française verliehen.

Was Peter W. Loosli aber wichtiger war, sagte er in seiner damaligen Dankesrede, anlässlich der Übergabe / Verleihung des «Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres» am 8. Juli 1996 im Zürcher Puppentheater:

«Ja dieser kleine Prinz, der uns - meine Frau Trudi und mich - über Jahrzehnte begleitet hat. Er hat unser Leben geprägt und bereichert. Durch ihn haben wir viele wertvolle Menschen kennen gelernt. Sie sind nicht der Marionetten wegen gekommen - nein - sie wollten dem kleinen Prinzen begegnen. Und dies ist ein Teil unseres Erfolges. Denn Puppentheater wird bei vielen Erwachsenen auch heute noch - und nicht nur in der Schweiz - mit Theater für Kinder gleichgesetzt. Wenn unsere Arbeit dazu beigetragen hat, dem Puppentheater zu mehr Bedeutung und Verbreitung zu verhelfen, freut es uns.

Und dass wir im Kanton Zürich nicht mehr zum Markt- und Hausierwesen gezählt werden, steht handschriftlich in unserem Gewerbepatent. Denn bis 1996 galt für unsereiner der Paragraph 8 für den patentpflichtigen Hausierverkehr gemeinsam mit Menagerien, Panoramas, Bildgalerien, Karussells, Schauspielern, Sängern, Musikanten, Kunstreitern, Seiltänzern und Taschenspielern.

Herr Sutter von kantonalen Patentbüro muss eine Vorstellung des kleinen Prinzen besucht haben, denn er schrieb in unser Patentbüchlein: 'Die Marionettenspiele unterstehen nicht der Patentpflicht, da sie füglich als höhere Kunst zu werten sind.' So danken wir nachträglich den zuständigen Behörden für diese erste Anerkennung und Wertschätzung unserer Tätigkeit.»

Diese Anerkennung und Wertschätzung bringt die ktv - Vereinigung KünstlerInnen - Theater - VeranstalterInnen, Schweiz - ebenfalls zum Ausdruck: mit der Verleihung des EhrenPreises der ktv an Peter W. Loosli.

Übrigens ... der Kleine Prinz lebt auf der Bühne weiter mit Lois und Tobias Loosli.

Text: Peter W. Loosli, Peter Bissegger

Quelle: http://www.ktv.ch/d/115/

Mehr:

looslispuppentheater.ch

Radio DRS 1, Regionaljournal BE FR VS, 14.4.11, 17.30 Uhr

"Peter W. Loosli revolutionierte in den 1950er-Jahren das Puppentheater. Mit seiner Frau Trudi tourte er über 40 Jahre lang durch die Schweiz und Europa, immer wieder auch mit dem Kleinen Prinzen. An der Künstlerbörse in Thun erhält Loosli den Ehrenpreis."

-> http://www.drs.ch/lib/player/radio.php?audiourl=rtmp%3A%2F%2Fcp23910.edgefcs.net%2Fondemand%2Fmpc%2FRegionaljournale%2FBern%2F2011%2F04%2F110414_loosli.mp3&design=drs1&type=popup&type=popup&skin=srdrs

Auf dieser Webseite erschienen:

https://www.ch-cultura.ch/de/archiv/theater-kabarett-literatur/einmaliges-gastspiel-zum-90.-geburtstag-von-peter-w.-loosli

https://www.ch-cultura.ch/de/archiv/theater-kabarett-literatur/ehrenpreis-2011-der-ktv-fuer-peter-w.-loosli-pionier-des-puppentheaters

 


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