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LIDIJA BURČAK: "NÖD US ZUCKER"

LIDIJA BURČAK: "NÖD US ZUCKER"

24.11.2022 Radio SRF 1, "Schnabelweid" vom heutigen Donnerstag, 20.03 Uhr


Bild: Lidija Burčak - Foto: © Yves Bachmann, https://menschenversand.ch/autoren/burcak-lidija/ 

Die Winterthurer Autorin Lidija Burčak (Bild) beweist mit ihrem Buch, dass Tagebuchtexte keineswegs nur fürs stille Kämmerlein taugen. Einträge aus 17 Jahren sind darin: Eine Achterbahnfahrt von den Ängsten und Nöten der Teenagerzeit bis zu Krisen Anfang 30. Selbstverständlich auf Mundart. 

Tagebücher werden in der Regel nur von denjenigen gelesen, die sie selbst geschrieben haben. Zu privat ist der Inhalt, zu peinlich könnte er sein, kitschig, oder auch schlicht zu langweilig für jemanden, der das beschriebene Leben nicht selbst gelebt hat.

Dass das Gegenteil der Fall ist, beweist Lidija Burčak mit ihrem Band "Nöd us Zucker". Zwar nimmt sie in ihren Tagebucheinträgen kein Blatt vor den Mund und beschreibt in ungeschöntem "Winti-Dialäkt" alles, was sie gerade umtreibt – von den Eltern ("die elände Penner") über ihr erstes Mal mit Rio bis zu Wutausbrüchen über den allgemeinen Zustand der Welt ("Eusi Wält isch chrank. Mir Mänsche verchotzed si"). Peinlich ist daran aber herzlich wenig. Lidija Burčak gibt durchaus Privates preis, doch auf eine Art und Weise, in der sich wohl viele, die dieses Buch lesen, wiedererkennen werden.

Auch Lidija Burčaks Tagebücher waren nicht von Anfang an für die Öffentlichkeit bestimmt. Eher aus der Not heraus fing sie an, Auszüge vor Publikum vorzutragen. Von der Live-Performance leben viele ihrer Texte noch immer: Wenn Lidija Burčak Auszüge aus ihrem Tagebuch auf der Bühne vorträgt, fühlt man sich unmittelbar in ihr Erleben hineinversetzt und nimmt Teil an der Achterbahnfahrt der Gefühle, auf die sie sich gerade begibt.

In der Sendung stellt die "Schnabelweid" Lidija Burčaks Tagebuchband näher vor; die Autorin gibt Auskunft darüber, was Tagebuchschreiben für sie bedeutet, und was für ein Verhältnis sie zur Mundart hat. Denn obwohl sie als Seconda in einem Haushalt aufwuchs, in dem Serbokroatisch gesprochen wurde, war Mundart fast immer ihre Tagebuchsprache schlechthin.

Redaktion: Simon Leuthold, André Perler

Radio-Link:

https://www.srf.ch/audio/dini-mundart-schnabelweid/lidija-burcak-noed-us-zucker?id=12291241

Zum Buch:

Lidija Burčak - Nöd us Zucker

Tagebuchtexte
edition spoken script 45
Der gesunde Menschenversand, 2022
Klappenbroschur, 196 Seiten
978-3-0385

https://menschenversand.ch/produkt/lidija-burcak-noed-us-zucker/

Kontakt:

https://lidijaburcak.com/About

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