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DER SCHWEIZER PANTOMIME, SCHAUSPIELER, REGISSEUR, AUTOR, GRAFIKER UND KUNSTMALER PETER WYSSBROD IST GESTORBEN

DER SCHWEIZER PANTOMIME, SCHAUSPIELER, REGISSEUR, AUTOR, GRAFIKER UND KUNSTMALER PETER WYSSBROD IST GESTORBEN

26.05.2024 Der am 10. Januar 1938 in Biel-Bienne geborene Schweizer Pantomime, Schauspieler, Regisseur, Autor, Performance-Künstler, Grafiker und Kunstmaler Peter Wyssbrod (Bild) ist am 7. Mai 2024 gestorben, wie trauernde WeggefährtInnen in den sozialen Medien schreiben. In den 1970er- und 1980er-Jahren war Wyssbrod ein bewunderter Künstler in Kleintheatern und Kulturzentren der Schweiz und im Ausland. Seine (Solo-)Programme trugen Titel wie "Spiel ohne Worte" (1971), "Ordures/Abfall" (UA 1974), "La Création du Monde" (UA 1975), "Le Grand Départ" (UA 1976), "Hommage au théâtre" (1979-2006) und "Entracte" (1981-2007). Das Multitalent kreierte auch stets selber das Bühnenbild. Später wirkte Wyssbrod auch in Filmen wie "Anna Göldin - Letzte Hexe" (1991), "Herbstzeitlosen" (2006), "Tod in der Lochmatt" (2007), "Mord hinterm Vorhang" (2011), "Der Verdingbub" (2011) oder "A Forgotten Man" (2022) mit. Ab 2008 veröffentlichte er die eigenen Filme der Trilogie von Künstlerporträts "Martin Ziegelmüller", "Heinz-Peter Kohler" und "Wolfgang Zät". Im Jahr 1985 erhielt Peter Wyssbrod den Bieler Kulturpreis und 2006 den Schweizer Kleinkunstpreis "Goldener Thunfisch".


Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Peter Wyssbrod - nie gehört? Willkommen im Klub, liebe Deutschschweizer. Hier die Fakten: Wyssbrod ist einer der brillantesten Bühnenkünstler im Land. Seit 25 Jahren. Er ist ein Meister des Absurden, hat internationale Preise gewonnen. «Genial» ist das Wort, das fällt, wenn Kenner von ihm sprechen, Kritiker über ihn schreiben. Er macht aberwitziges Theater, in dem er das (Welt-)Theater selber auf die Schippe nimmt. In der Romandie ist Wyssbrod Synonym für feine Tragikomik und Absurdität. Bei uns kennt ihn kaum jemand, ausser denjenigen vielleicht, die an dem Abend fernsahen, als auf SF DRS ein Dokumentarfilm lief über ihn und man fasziniert an der Mattscheibe kleben blieb: Der ist gut, Mensch, warum kennt man ihn nicht?

Daniel Germann, 2004

https://www.nzz.ch/article9YLMN-ld.322131

Peter Wyssbrod wurde am 10. Januar 1938 in Biel geboren. Der gelernte Grafiker begann in den späten 1950er-Jahren Theaterszenen zu malen, zunächst nur in schwarz und weiss, später auch in Farbe. Gelegentlich erlaubte es ihm der Verkauf seiner Bilder, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Schliesslich trat Wyssbrod selber auf die Bühne.

Heute ist Peter Wyssbrod als Mime längst international bekannt. Nicht nur als Grafiker, Maler und Mime, sondern auch als Theaterautor und Regisseur ist Wyssbrod tätig. Die Verbindung verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen ist ihm ein Anliegen. So arbeitete er auch als Film- und Fernsehschauspieler, unter anderem in den Filmen «Martha Dubronski» und «Schalltot», und nahm 1980 an der Schweizerischen Plastikausstellung teil.

Wyssbrod ist sein eigener Agent und entwirft sein Bühnenbild sowie seine Prospekte und Plakate selber. Für seine künstlerische Arbeit erhielt Wyssbrod zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem wurde er 1985 mit dem Bieler Kulturpreis geehrt. Er zählt zu jenen seltenen Deutschschweizer Künstlern, die auch in der Romandie begeistert gefeiert werden. Dennoch tritt Wyssbrod oft während langer Zeit kaum in der Schweiz auf, sondern spielt vor allem im Ausland.

Die Feinheiten der Sprache stehen im Mittelpunkt von Wyssbrods künstlerischem Schaffen: jene der Körpersprache, der gesprochenen Sprache, jene des bedeutungsvollen Schweigens. Seine Stücke gelten als zugleich tiefgründig und humorvoll, er präsentiert sie in beeindruckenden Kostümen und Bühnenbildern.

Sein Stück «Hommage au Théâtre» - «Hommage ans Theater» führte Peter Wyssbrod erstmals 1979 auf. Weder damals noch in den darauf folgenden Jahren erfuhr er dafür die ihm gebührende Anerkennung. Während mehr als zwanzig Jahren hält der Künstler an diesem Stück fest, nicht ohne fortwährend daran zu arbeiten.

Ein anderes Stück, das Wyssbrod schon seit Jahrzehnten aufführt, ist «Entracte». Er wolle nichts Neues schreiben, sagte Wyssbrod einst dazu, denn mit der letzten Szene des Stücks «Entracte» sei alles gesagt.

Manuela Di Franco, 2005

https://memreg.ch/index.cfm?document=D292C36B3A6738F8C5B932DD3BB5D31D1967

Peter Wyssbrod se forme d’abord comme graphiste à la Kunstgewerbeschule de Bienne (1954-58). Il commence en amateur par jouer La Dernière Bande de Beckett, puis il suit à Berne les cours de danse-théâtre d’Harald Kreuzberg et de pantomime d’Ernst Georg Böttger (1965-68).

Il développe dès lors un univers créatif personnel bâti sur la vérité et la sobriété du jeu, l’autodérision et la déconstruction des conventions théâtrales. Il présente d’abord Actes sans paroles I de Samuel Beckett au Théâtre Municipal de Bienne (1971-74), qu’il reprend dans une nouvelle mise en scène dès 1977. Il travaille aussi La Création du monde à partir de la musique de Darius Milhaud (28.11.1975).

Ses réalisations les plus importantes sont des solos de pantomime, spectacles qu’il garde en répertoire et ne cesse de jouer depuis lors. Abfall/Ordures, créé au Theater ‘tHoogt à Utrecht (25.9.1974), fait rire d’un personnage en attente au milieu de ses déchets. Il montre pour la première fois au Festival de Stavelot en Belgique Le Grand Départ (9.7.1976), où sans paroles il met en situation tragi-comique un homme au quotidien empêtré dans ses trop nombreuses valises au moment de prendre le train. Avec Hommage au théâtre, qu’il donne d’abord au Festival Mime in bewegig à Utrecht (1.3.1979), il se montre inénarrable en chanteur lyrique raté et dit ensuite tout Shakespeare à lui seul en quelques phrases et gestes magnifiques de comédien qui sont autant de catastrophes poétiques. Il donne d’abord à la Kellerbühne am Müllertor de Saint-Gall son dernier opus, Entracte (28.10.1981), spectacle qui joue sur toutes sortes de fins, de crimes et sur la mort du théâtre, s’achevant avec la neige tombant sur la scène vide.

Par ailleurs, il réalise aussi une installation-performance, Parc, à l’Exposition des plasticiens suisses 1980, à Bâle et met en scène à Bienne l’Histoire du Soldat de Charles Ferdinand Ramuz et Strawinsky (1992), où il tient les rôles du Lecteur et du Diable. Pour les quinze ans du →Théâtre du Crochetan à Monthey, il réalise lors de la fête de l’Association des musiciens suisses Images, une performance scénographique avec quatuor à cordes (1.9.2004).

Pour le cinéma, il est aussi l’interprète principal de La Voix de son oeil (1983), puis le soliste et coscénariste pour Peter Wyssbrod en direct dans nos studios (1984), deux réalisations de Frédéric Gonseth. En 1984, il tient le rôle principal dans Martha Dubronski de Beat Kuert et dans Schalltot de Fred van der Kooij. Il est Pestalozzi dans FRS: Das Kino der Nation de Christoph Kühn (1994) et joue dans Bienvenue en Suisse de Léa Fazer (2004).

Il poursuit aussi une activité de peintre abstrait, travail qu’il expose à Bienne. Il enseigne la pantomime au Conservatoire de Bienne. Il reçoit le prix culturel du journal Biel-Bienne (1979), le prix du meilleur comédien au Festival international de la performance d’acteur à Cannes en 1985 et le prix culturel de la Ville de Bienne (1985).

Jean Grädel, 2005

https://tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Peter_Wyssbrod

"Ich bin ein Bricoleur"

Er ist einer der wichtigsten Kulturmenschen Biels. Nebst seinen unvergesslichen Theaterstücken war Peter Wyssbrod in vielen Kinofilmen zu sehen, er ist zudem bildender Künstler und Filmemacher. Eine Ausstellung in der Stadtbibliothek würdigt nun sein Schaffen.

Simone Tanner, 2015

https://web.bielertagblatt.ch/nachrichten/kultur/ich-bin-ein-bricoleur

Er hat seine letzte Ruhe in Frankreich gefunden, wo er seit vielen Jahren wohnte

Peter Wyssbrod, ursprünglich Grafiker und Bühnenbildner, hat sich einen Namen gemacht als Pantomime und Schauspieler; mit seinen Soloprogrammen ist er jahrelang erfolgreich in Theatern und Kleintheatern aufgetreten. Sein vielleicht letztes Programm erlebte ich in Monthey (VS) wo er mit Musik von Jost Meier und von mir ein verspieltes, poetisches Programm aufführte.

In späteren Jahren ist er in zahlreichen Filmen als Schauspieler aufgetreten und wurde dafür auch mit Preisen geehrt. Jetzt ist er nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

Daniel Andres, 25.05.2024

https://www.facebook.com/photo/?fbid=10232411725306417&set=a.10206574088261639

Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Videos:

Pantomimenaufführung "Le grand départ" mit Peter Wyssbrod, 28.09.1977

https://www.srf.ch/play/tv/scheinwerfer/video/le-grand-depart?urn=urn:srf:video:0c02a9d6-c084-4646-a011-86de7a60fd0a

A Forgotten Man (2022) von Laurent Nègre ©Bord Cadre Films, Sovereign Films (via solothurnerfilmtag.ch), Trailer

https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/a-forgotten-man-2022#lg=1&slide=1

Heinz-Peter Kohler, HPK, Kunstmaler, Aquarellist, CH - Biel/Bienne, Dokumentarfilm von Peter Wyssbrod CH 2011, 68 Minuten, Dialekt d/f Produktion: insolitefilm

https://www.youtube.com/watch?v=R3txkLZj-rI

Film "Peter Wyssbrod live in unserem Studio" (1984) von Frédéric Gonseth

Im Internet derzeit leider nicht auffindbar

Autoren: Peter Wyssbrod, Roland Bart / Quelle: Sammlung Christoph Lörtscher, 1978

Bild: Autoren: Peter Wyssbrod, Roland Bart / Quelle: Sammlung Christoph Lörtscher, 1978

Mehr:

https://www.schauspieler.ch/de/actors/peter-wyssbrod

https://tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Peter_Wyssbrod

https://memreg.ch/archiv/dossier/index.cfm?id=65C9D77C63DA4CB85BAFEDFF38955

https://kunstsammlung.biel-bienne.ch/de/mikrosite/wyssbrod-peter

https://recherche.sik-isea.ch/de/sik:person-4002459/in/sikart/actor/list

https://www.cyranos.ch/sfwyss-d.htm

https://www.videobuster.de/persondtl.php/peter-wyssbrod-47770.html

https://www.filmmakers.eu/de/actors/peter-wyssbrod

https://www.filmstarts.de/personen/97259/filmo/

https://www.imdb.com/name/nm0944154/

https://www.artfilm.ch/peter-wyssbrod

https://www.swissfilms.ch/en/person/peter-wyssbrod/178BD2BA3A784DA3AECDA06DFAF379A5

https://www.letemps.ch/culture/bienne-comedien-peter-wyssbrod-signe-tres-beaux-crimes-poetiques

https://ccsparis.com/en/events/peter-wyssbrod-5a0a160d-c811-44e6-8842-3af958519367/

https://lepommier.ch/event/235/

https://web.bielertagblatt.ch/nachrichten/kultur/ich-bin-ein-bricoleur

https://www.arcinfo.ch/neuchatel-canton/montagnes/la-chaux-de-fonds/peter-wyssbrod-le-grand-50179

#PeterWyssbrod #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

Bild: Peter Wyssbrod - © Archiv Peter Wyssbrod

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Nachträge vom 28.05.2024:

Todesanzeige

https://www.todesanzeigenportal.ch/todesanzeige/Wyssbrod/Peter/1/

Er war in seiner Art der Beste

Peter Wyssbrod, der Künstler, der Mime, der Schauspieler, der Theaterautor, der Regisseur, der Alleskönner.

Als wir zusammen Mitte der 1960er-Jahre unseren ersten Film drehten, war Peter Wyssbrod noch unbekannt, ohne Schauspielererfahrung. Als «Geh mit der Zeit!» an den ersten Solothurner Filmtagen aufgeführt wurde, fragte die Kritik: «Wer ist dieser tolle stumme Akteur?»

Doch Peter Wyssbrod blieb nicht beim Film, aber das Stumme wurde zu seinem Markenzeichen. Er schrieb Spiele ohne Worte, erfand mit seinen Theater-Stücken «Le Grand Départ», «Entracte» oder «Hommage au Théâtre» eine neue Bühnenkunst. Wurde für sein aussergewöhnliches Schaffen mit dem Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Weigerte sich, im Olympia in Paris aufzutreten – man hatte Kürzungen und Zugeständnisse verlangt, denen er sich verweigerte.

Er war nie im Mainstream, er blieb auch später, als er keine eigenen Stücke mehr kreierte, ein widerständiger, aber überraschender Einzelgänger, der sich – wie sein poetischer Mentor Samuel Beckett – stets über seine Arbeit hinterfragte.

Er war nie der Liebling von Biels Kultur oder Politik, weil er nicht in ihr Schema passte. Aber sie werden sich noch lang an ihn erinnern.

Mario Cortesi

https://www.bielbienne.com/files/Bielbienne/BB%20aktuell/bb_aktuell_d.pdf

Nachtrag vom 30.05.2024:

Mit einem Küchensieb schuf er grosse Bühnenkunst

Auf der Bühne diente ihm mal ein ausgeleiertes Korsett, mal ein zerbeultes Küchensieb oder ein zerschlissener Bettüberwurf als Requisit. Er war ein Meister der Reduktion und schuf mit seinem Solo «Hommage ans Theater» sein Lebenswerk, das er jahrelang obsessiv perfektionierte: Aus dem Nichts kreierte er hypnotische Bilder zu grossen Themen wie Krieg und Macht, Liebe und Verrat – ein Klassiker voll verblüffender Komik.

(red/SDA)

https://www.derbund.ch/bieler-schauspieler-peter-wyssbrod-verstorben-218426288624

 

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