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Elektronische Medien: Publikum findet SRG-Radios qualitativ am besten

Elektronische Medien: Publikum findet SRG-Radios qualitativ am besten

18.01.2011 Die Mehrheit der Zuschauer und Zuhörerinnen erteilt den schweizerischen Radio- und Fernsehangeboten gute Noten. Die Ergebnisse einer repräsentativen Publikumsbefragung zeigen, dass die SRG-Radios am besten abschneiden. Deren qualitative Stärke liegt in der Verständlichkeit, Professionalität, Glaubwürdigkeit und Relevanz der Informationsangebote.


Die Mehrheit des Publikums ist mit den Programmen der SRG SSR sowie mit den konzessionierten privaten Lokalradios und Regionalfernsehsendern ziemlich oder sogar sehr zufrieden.

Von allen abgefragten Qualitätskriterien bestimmt die Unterhaltung die Zufriedenheit am stärksten. Im Medienvergleich schneidet das Radio mit rund 70 Prozent sehr und ziemlich zufriedenem Publikum besser ab als das Fernsehen (55%). Am wenigsten Zuspruch finden die Programme der Regionalfernsehsender (45%).

Qualität der Medien aus der Sicht des Publikums

Von allen elektronischen Medien bewertet das Publikum die SRG-Radios qualitativ am besten (74% Zufriedenheit). Verständlichkeit, Professionalität, Glaubwürdigkeit und die Relevanz des Informationsangebots gelten als Stärken des öffentlich-rechtlichen Radios. Die zweitbesten Noten erhält das Fernsehen der SRG (66% Zufriedenheit). Es schneidet bei den gleichen vier Kriterien qualitativ gut ab wie die SRG-Radios.

Die privaten Lokalradios bewertet das Publikum insgesamt ähnlich wie das SRG-TV (64% Zufriedenheit). Bei ihnen werden die Verständlichkeit sowie der Stellenwert des lokal-regionalen Geschehens als Stärke angesehen. Die Relevanz der Informationsangebote wie auch die Ausgewogenheit werden hingegen tiefer bewertet als bei der SRG. Zudem wird das Informationsangebot aus Politik, Wirtschaft und Kultur im Medienvergleich als unterdurchschnittlich beurteilt.

Im Medienquervergleich erfährt das Regionalfernsehen punkto Qualität die schlechteste Bewertung. Als qualitativ gut beurteilt werden seine Verständlichkeit und der Stellenwert des Lokalen. Schlechte Noten erteilt das Publikum dem Unterhaltungswert, der Ausgewogenheit des Programms und der Professionalität der Programmschaffenden sowie ihrer Beiträge.

Häufig genutzte Medien und Mediennutzungsprofile

Zwar zeigt sich das Publikum zufriedener mit den Radioangeboten, doch das durchschnittlich am häufigsten genutzte Medium des Schweizer Publikums sind nicht die Radios, sondern die Fernsehprogramme der SRG. An zweiter Stelle stehen die Tageszeitungen. Darauf folgen das Internet und die ausländischen Fernsehprogramme. Die SRG-Radios stehen an fünfter Stelle. Die Nutzung von Büchern rangiert sodann vor jener der Lokalradio- und Regionalfernsehprogramme. Erst hinter diesen Lokalmedien sind die Gratis- bzw. Pendlerzeitungen platziert.

Bei der Mediennutzung zeigen sich folgende Zusammenhänge: Wer SRG-Fernsehen häufig nutzt, sieht auch häufig Regionalfernsehen sowie ausländische Fernsehprogramme und hört häufig SRG-Radioprogramme.

Wer eine hohe SRG-Radio-Nutzung aufweist, liest auch häufig Bücher, nutzt aber vergleichsweise wenig Gratiszeitungen und das Internet.

Eine hohe Nutzung von Gratiszeitungen hingegen geht einher mit einer hohen Internetnutzung. Insgesamt setzt das Internet die Tageszeitungen stärker unter Druck als das Fernsehen.

Unterschiedliche Mediennutzungsprofile zeigt die nach Alter, Bildungsstand und Geschlecht differenzierte Betrachtungsweise: So ist eine fast tägliche hohe TV-Nutzung bei der Generation 55+ und bei Menschen mit tiefem Bildungsstand typisch.

Eine fast tägliche hohe SRG-Radio-Nutzung weisen ebenfalls die Generation 55+ auf sowie Leute mit mittlerer und hoher Bildung; dies gilt ebenso für eine hohe Nutzung von Tageszeitungen (ohne Pendler-/Gratiszeitungen). Eine hohe Nutzung von Tageszeitungen ist überdies für die 35- bis 54-Jährigen typisch.

Eine fast tägliche hohe Lokalradionutzung ist ein Merkmal der 35- bis 54-Jährigen und der Menschen mit mittlerer Bildung.

Für die 15- bis 34-Jährigen ist eine fast tägliche hohe Nutzung von Gratiszeitungen charakteristisch, etwas häufiger werden diese auch von Leuten mit mittlerer Bildung gelesen.

Die 15- bis 34-Jährigen weisen eine praktisch tägliche hohe Nutzung des Internets aus. Dies trifft ebenso für Leute mit hoher Bildung zu. Männer nutzen das Internet häufiger als Frauen. Bücher werden häufiger von Frauen gelesen als von Männern.

Die Ergebnisse dieser Publikumsbefragung basieren auf 3483 Telefoninterviews mit Personen ab 15 Jahren (einfache Zufallsstichprobe), die im November 2009 in 17 Regionen durchgeführt wurden. Die je 16-minütigen Interviews führte Demoscope im Auftrag von Prof. Dr. Heinz Bonfadelli und Dr. Benjamin Fretwurst vom Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich durch. Das BAKOM hat die Studie finanziert. Sie kostete 150'000 Franken.

Nebst Fragen zu Medienbesitz, Mediennutzung und allgemeiner Zufriedenheit mit den Medienangeboten wurden die folgenden Qualitätskriterien mit einer 5-stufigen Ratingskala erhoben:

1) Professionalität (Beurteilung der Professionalität der Journalist/innen und
    ihrer Beiträge);
2) Relevanz der Informationen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport;
3) Stellenwert des lokal-regionalen Geschehens in der Berichterstattung;
4) Ausgewogenheit bezogen auf Themen und Meinungen;
5) Glaubwürdigkeit der Berichterstattung der Radio- und TV-Sender;
6) Verantwortungsbewusstsein (des Mediums und seiner Journalist/innen 
    bezogen auf Personen und Sachverhalte);
7) Unterhaltung;
8) Verständlichkeit;
9) generelle Zufriedenheit (generelles Urteil zu den genutzten Anbietern).

Die Studie ist Teil eines Forschungspakets zur Beobachtung der Programmqualität von Radio und Fernsehen. Nebst der Befragung des Publikums gehören Programmanalysen und die Untersuchung des Online-Angebots der SRG dazu.

Das Forschungsprogramm soll die öffentliche Diskussion über die Leistungen der Radio- und Fernsehsender anregen.
Die Ergebnisse der Programmanalysen werden Ende Januar 2011 veröffentlicht.

bakom

Adresse für Rückfragen:

Dr. Jost Aregger, Forschungsverantwortlicher BAKOM, Tel. 032 327 59 44

Herausgeber:

Bundesamt für Kommunikation

Internet: http://www.bakom.admin.ch

Mehr:   

IPMZ: Programmqualität SRG und Lokalrundfunk - Schlussbericht (pdf, 2225kb) 

Beiträge Medienforschung 2009 



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