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"YVES NETZHAMMER. DIE WELT IST SCHÖN UND SO VERSCHIEDEN, EIGENTLICH MÜSSTEN WIR UNS ALLE LIEBEN"

"YVES NETZHAMMER. DIE WELT IST SCHÖN UND SO VERSCHIEDEN, EIGENTLICH MÜSSTEN WIR UNS ALLE LIEBEN"

20.01.2024 Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, ganzes Parterre, vom 21. Januar bis am 12. Mai 2024


Bild oben: © Yves Netzhammer

In der gross angelegten Einzelausstellung wird das Kunstmuseum Solothurn für Yves Netzhammer (*1970) zum weissen Zeichenblock: Von Raum zu Raum entspinnt sich mittels unterschiedlicher Motive und Medien ein fortlaufendes Narrativ. Der Künstler entwickelt indes seine unverwechselbare Bildsprache weiter, mit der er sich international einen Namen gemacht hat.

Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer. Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Bild: Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer. Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Die vielgestaltige Praxis von Netzhammer fusst auf der Zeichnung, die in der Solothurner Sammlung eine wichtige Rolle spielt. Er knüpft an die lange Tradition des Mediums als Projektions- und Reflexionsfläche an und bringt sie in die technologische wie sozialpolitische Gegenwart.

Getreu der Arbeitsmethode des Künstlers entstand auch dieses Ausstellungsprojekt rein situativ. Im Zentrum seiner Solothurner Präsentation stehen Wandzeichnungen, die das Setting für multimediale Installationen sind und im dramaturgischen Finale zur raumfüllenden Panoramadarstellung avancieren. In sieben Räumen, unterteilt in poetische Kapitel, angefangen mit "Blätter sind Fragen der Luft", eröffnet sich ein assoziatives Bildernetz. In der Ausstellung schliesst der Künstler eine Klammer um Bild, Körper, Raum und Vorstellungskraft, um uns in einen ebenso sinnlichen wie gedanklichen Dialog zu verstricken.

In zwei neuen, animierten Zeichnungsfilmen entfaltet die Linie ihr unerschöpfliches Potential: sie mutiert zum Umriss, zur Fläche, zum Volumen, zum Körper – nur, um sich aufs Neue zu transformieren.

Die Zeichensprache des Künstlers lebt vom Metamorphen und Surrealen: ein iPhone entspringt einer Brotscheibe, der menschliche wird zum tierischen Körper, die zärtliche Umarmung zur schmerzhaften Verwicklung.

Die Reduktion aufs Wesentliche verstärkt die Wirkungskraft der Figuren, ihre Stilisierung macht sie zu idealen StellvertreterInnen für unterschiedlichste BetrachterInnen. In der Bildwelt des Künstlers spiegeln sich Überlegungen zu kunsthistorischen Gattungen wie Landschafts-, Historien- oder Porträtmalerei, bis hin zu sich verändernden kollektiven und individuellen Identitäten.

Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer. Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Bild: Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer. Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Netzhammers Linie ist in stetem Wandel begriffen, zugleich Verbindungselement und schmaler Grat. Er schärft unsere Sinne für komplexe Übersetzungsmanöver, die unser Wahrnehmen und Empfinden im Heute prägen. Es ist ein kontinuierliches Übertragen und Skalieren zwischen unterschiedlichen Bildtechnologien und räumlichen Dimensionen, das der Künstler anleitet; ein Vermitteln zwischen körperlichen und virtuellen Realitäten, zwischen äusseren und inneren Welten, zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Werten.

Immer wieder geht es um Liebe und Gewalt in der Beziehung von Menschen, Natur und Technologie, um Alltag und Magie und um das Aushalten von Ambivalenz und Widersprüchlichkeit – wobei der Künstler uns die Sprach(un)fähigkeit der Bilder in einer von Bildern regierten Welt testen lässt. Der Kosmos des Künstlers ist nicht frei von Konflikten, doch von Grund auf getragen von Empathie: Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben.

Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Bild: Ausstellungsansicht "Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben", Kunstmuseum Solothurn 2024 - Foto: David Aebi

Kurzbiografie

Yves Netzhammer (*1970) wuchs in Schaffhausen auf und lebt heute in Zürich. Er hat eine unverwechselbare Bildsprache geschaffen und gehört zu den international bekanntesten Schweizer Künstlern seiner Generation. Yves Netzhammer studierte Visuelle Gestaltung an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). Ab 1998 startete eine rege Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. Seit 2014 realisiert er darüber hinaus verschiedenste Kunst- und Bau-Projekte (Prix Visarte 2015).

Zu seinen Einzelausstellungen zählen: Frankfurter Kunstverein (2019), FOSUN Foundation Shanghai (2017), MONA Tasmania (2013), Kunstmuseum Bern (2010), SFMOMA San Francisco (2008), Venedig Biennale Swiss Pavillon (2007), Kunsthalle Bremen (2005), Lehmbruck Museum, Duisburg und Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld (beide 2003) sowie KW Kunstwerke, Berlin (2000).

Seine Kurzfilme wurden u. a. am Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (2015) und am Filmfestival Venedig (2011) gezeigt. Netzhammers erster Langfilm feiert Weltpremiere im Januar 2024 in der Tiger Competition des renommierten Internationalen Filmfestivals in Rotterdam.

In Gruppenausstellungen waren seine Werke u. a. zu sehen im Goethe-Institut, Paris (2018), Marta Herford (2017), Kiew Biennale (2015), Museum Rietberg, Zürich (2014), Arroniz Arte Contemporáneo, Mexiko-Stadt und K11, Shanghai (beide 2013), The Museum of Modern Art, Toyama und Haus der Kulturen der Welt, Berlin (beide 2012), Liverpool Biennale (2010), Palazzo Strozzi, Florenz und Kunstmuseum Wolfsburg (beide 2007), Kunstmuseum Solothurn (2006 und 2001), Centre Culturel Suisse, Paris (2003), Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (2000) und Museum Ludwig, Köln (1999).

In der Schweiz präsentierte der Künstler seine Werke zuletzt im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen (2018/19), in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich (2020) und im Haus Konstruktiv, Zürich (2022/23).

Netzhammer erhielt namhafte Auszeichnungen, u. a. 1999 den Manor Kunstpreis Schaffhausen; 2000, 2002 und 2006 den Eidgenössischen Preis für freie Kunst sowie internationale Atelierstipendien: 2001 von der Stadt Zürich (für New York) und 2005 von der Kulturstiftung Landis & Gyr (für London).

Publikation

Anlässlich der Ausstellung erscheint im April 2024 eine Publikation mit einem Essay von Michel Rebosura, Philosoph, Kunstkritiker und Kulturjournalist. Gestaltung: Raffinerie, Zürich.

kms

Kontakt:

https://www.kunstmuseum-so.ch/de/ausstellungen/1787-yves-netzhammer

www.netzhammer.com

www.instagram.com/yvesnetzhammer

Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:

https://www.ch-cultura.ch/de/archiv/museum-ausstellung-galerie/yves-netzhammer.-biografische-versprecher

https://www.ch-cultura.ch/de/archiv/museum-ausstellung-galerie/yves-netzhammer-nistplaetze-fuer-beruehrungen

https://www.ch-cultura.ch/de/archiv/museum-ausstellung-galerie/yves-netzhammer-zwei-kuehle-zwergelefanten-fressen-einfuehlungsueberschuss-mit-pfirsicharoma

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Bild: © Yves Netzhammer

Bild: © Yves Netzhammer

 

 

 

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