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"UNFOLDING LANDSCAPES - Landschaft und Poesie in zeitgenössischer ukrainischer Kunst"

"UNFOLDING LANDSCAPES - Landschaft und Poesie in zeitgenössischer ukrainischer Kunst"

31.10.2022 Bis am 20. November 2022 im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona: 43 ukrainische KünstlerInnen und Künstlergruppen, die in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation und Video arbeiten.


Bild oben: © Zhanna Kadyrova, Volatility, 2020-2021, Foto der Installation: mit Helium gefüllte weisse Ballons, Nylon-Angelschnur, Lot.

Im Mai 2022 schloss die Ausstellung "Unfolding Landscapes" im Art Center Silkeborg Bad in Dänemark. Der von Russland entfesselte Krieg verhinderte die Rückkehr der Werke in die Ukraine und verband das Schicksal der ukrainischen KünstlerInnen mit der Tragödie eines ganzen Volkes. Zum Schutz der Kunst und zur Unterstützung der ukrainischen Kultur findet die Ausstellung im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona eine temporäre Heimat.

Die Ausstellung, die vor dem Ausbruch des Krieges im Februar 2022 kuratiert wurde, dokumentiert eine hochdynamische und blühende ukrainische Kunstszene und bietet eine Reflexion über ein Land und ein Volk, das sich durch die Tragödie des Krieges erneut verändert hat. "Unfolding Landscapes" feiert die ukrainische bildende Kunst und erkundet die Landschaft, Topografie, Psychogeografie und Kultur dieses Landes.

"Die von Faye Dowling [UK] und Natalia Matsenko [UA] kuratierte Ausstellung umfasst drei Generationen von KünstlerInnen, deren Werke ein einzigartiges Wahrnehmungsparadigma offenbaren: das Wesen des Raums und seiner Grenzen sowie die symbolischen Bedeutungen öffentlicher und privater Räume. Durch die gezeigten Arbeiten erfahren wir, wie die ukrainische Landschaft genutzt und wahrgenommen wird; wir erhalten Einblicke in die ukrainische Kultur und Infrastruktur und besuchen Abstraktionen und Beobachtungen der sich verändernden Landschaften der alten und modernen Ukraine.", schreibt das Kunst(Zeug)Haus zur Ausstellung.

Anna Bekerskaya (*1987) Sandpit, 2015 (Песочница / Sandkasten) Fotografie / Фотография

Bild: © Anna Bekerskaya (*1987), Sandpit, 2015 (Песочница / Sandkasten), Fotografie / Фотография

Auf Tournee: Von Silkeborg über Brüssel nach Rapperswil-Jona

Aufgrund des Krieges konnte die grosse, in Dänemark gezeigte Ausstellung nicht zu ihren LeihgeberInnen zurück transportiert werden und wurde vorübergehend heimatlos. Dank grosszügiger Unterstützung von zahlreichen Institutionen, Firmen und Privatpersonen reiste die Ausstellung nach einer Präsentation in Brüssel nun ins Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona.

Begleitend zur Ausstellung wurde im Austausch mit ukrainischen Personen aus Rapperswil-Jona ein vielseitiges Rahmenprogramm erarbeitet. Es finden Kinderworkshops und Führungen statt. Ein Abend wird der ukrainischen Kultur gewidmet und an einem Nachmittag wird das aktuelle Thema des Kulturgüterschutzes hochkarätig diskutiert.

Stiftungsratspräsident Patrick Sommer betont: "Nach der ersten internen Prüfung zur Machbarkeit dieser Ausstellung ist ihre Realisation im Wesentlichen der breiten und grosszügigen Unterstützung zahlreicher Personen, Unternehmen und Förderstellen zu verdanken. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir dabei einen besonders starken Rückhalt in Rapperswil-Jona für dieses umfangreiche Projekt gefunden haben. Die Möglichkeit für den Startschuss für unsere Fundraising-Bemühungen haben wir durch die Zusage der Fourfold Foundation erhalten. Gemeinsam mit allen Beteiligten setzt das Kunst(Zeug)Haus mit dieser Ausstellung ein Zeichen für gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung."

Ein Kampf zum Schutz der ukrainischen Kultur

Die Ausstellung, die vor dem umfassenden Angriffskrieg zusammengestellt wurde, zeigt, wie die KünstlerInnen mit ihrer Kultur und der sich ständig verändernden Landschaft umgehen. Der Krieg verleiht "Unfolding Landscapes" eine zusätzliche Dimension: Vieles von dem, was gezeigt wird, ist bedroht, ebenso wie die mehr als 44 Millionen EinwohnerInnen des Landes.

Ko-Kuratorin und Kunsthistorikerin Natalia Matsenko (Kiew, Ukraine) erklärt, warum es so wichtig ist, dass diese Ausstellung jetzt auf Europatournee geht: "Mit dieser Ausstellung zeigen wir die Vielfalt der ukrainischen Landschaft sowohl im wörtlichen als auch im soziokulturellen Sinne. Jetzt, unter den Bedingungen eines brutalen Krieges, ist die Landschaft für jeden Ukrainer nicht nur eine Umgebung oder ein Blick aus dem Fenster, sie ist ein Stück seines Herzens. Und um jedes dieser Stücke kämpfen wir verzweifelt. Im Zusammenhang mit der lang erwarteten EU-Kandidatur der Ukraine ist die Präsentation in verschiedenen europäischen Ländern besonders wichtig. Dies ist ein Zeichen der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft und eine Gelegenheit, den europäischen Vektor unseres Landes, für den vor acht Jahren das erste Blut vergossen wurde und von dem wir uns nicht abwenden werden, erneut zu fixieren. Wir kämpfen jetzt für unsere Kultur. Die Sprache der Kultur ist eine universelle Sprache."

Wie der Initiator der Ausstellung, der Künstler Sergei Sviatchenko, es ausdrückte: "Was ist kulturelle Diplomatie? Es ist die Tatsache, dass Ideen mit privaten Initiativen beginnen, sich entwickeln, Verständnis und finanzielle Unterstützung gewinnen und den Status grosser öffentlicher Projekte erhalten, wie es in unserem Fall geschehen ist."

Andriy Sahaidakowskyi (*1975) And where are you?, 2010 (А где вы? / Und wo bist du?) Öl auf Teppich / Масло на коврике

Bild: © Andriy Sahaidakowskyi (*1975), And where are you?, 2010 (А где вы? / Und wo bist du?), Öl auf Teppich / Масло на коврике

Eine Gelegenheit, der Welt das Land und Volk der Ukraine zu zeigen

Die Künstlerin Elena Subach, die in Lviv (Ukraine) lebt, weist auf eine zusätzliche Ebene hin, die in die Arbeiten eingeflossen ist: "Vor der militärischen Invasion in der Ukraine war mein Projekt lediglich eine lyrische Widmung an die ältere Generation. Heute ist das Projekt eine weitere Gelegenheit, der Welt dieses Land und seine Menschen zu zeigen, nämlich ihre Schönheit, Einzigartigkeit und Zerbrechlichkeit. Der Krieg hat unser aller Leben zerstört. Manchmal nehme ich mir eine Stunde am Tag Zeit, um zu weinen, zu trauern und einfach nur Angst zu haben. Aber dann schlafe ich ein und wache wütend auf. Diese Wut gibt mir Kraft. Jetzt arbeiten alle hart daran, dem Land zu helfen. Viele von uns engagieren sich als Freiwillige, sammeln Dinge, leisten humanitäre Hilfe und nehmen die Vertriebenen in ihren Häusern auf. Das allgegenwärtige Gefühl der Liebe, das sich einstellt, wenn die eigene Welt zusammenbricht, wird im Zusammenhang mit dem Krieg selten erwähnt. Das zwingende Bedürfnis, sich um etwas wirklich Wichtiges zu kümmern und es zu schützen, ist eines der stärksten Gefühle, das die UkrainerInnen heute antreibt.“

Kuratorinnen: Faye Dowling (UK), Natalia Matsenko (UA).
Initiative & Creative Director: Sergei Sviatchenko (D
K/UA);
Commissioner: Iben From (Art Center Silkeborg Bad,
DK)

Teilnehmende Künstler/Innen / Artists represented:

Anna Bekerskaya (b. 1987), Nazar Bilyk (b. 1979), Katya Buchatska (b. 1987), Hryhoriy Havrylenko (1927-84), Ksenia Hnylytska (b. 1984), Oleksandr Hnylytskyi (1961-2009), Oleg Holosiy (1965-1993), Lucy Ivanova (geb. 1989), Zhanna Kadyrova (b. 1981), Pavlo Kerestey (b. 1962), Vitaliy Kokhan (b. 1987 ), Alexey Kondakov (b.1984), Dana Kosmina (b.1990), Taras Kovach (b.1982), Mykola Kryvenko (b.1950), Anatoliy Kryvolap (b.1947), Katya Libkind (b.1991), Pavlo Makov (b.1958), Sasha Maslov (b.1984), Mykola Matsenko (b.1960), Yevgen Nikiforov (b.1986), Yuriy Pikul (b.1983 ), Julie Poly (b.1986), Georgiy Potopalskiy (b.1982), Vlada Ralko (b.1969), Stepan Ryabchenko (b.1987), Vasyl Ryabchenko (b.1954), Ruïns Collective (active group 2017-21), Andriy Sahaidakovskyi (b.1957), Oleksiy Sai (b.1975), Yuri Solomko (b.1962), Marina Skugareva (b.1962 ), Tiberiy Silvashi (b.1947), Sergei Sviatchenko (b.1952), Elena Subach (b.1986) & Vyacheslav Poliakov (b.1986), Oleg Tistol (b.1960), Yuri Yefanov (b.1990), Lesja Zajats (b.1965), Viktor Zaretskyi (1925-90), Oleksii Zolotariov (b. 1985), Anna Zvyagintseva (b.1986) and Alexander Zhyvotkov (b.1964).

kzh

Kontakt:

https://www.kunstzeughaus.ch/

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Julie Poly (*1986) Ukrzaliznytsia, 2019 (Укралiзниця / Ukralis- nyzja) Fotografie / Фотография

Bild: © Julie Poly (*1986), Ukrzaliznytsia, 2019 (Укралiзниця / Ukralisnyzja), Fotografie / Фотография

 

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