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Thun-Panorama in neuem Glanz - vor der grossen Eröffnung am 6./7. September 2014

Thun-Panorama in neuem Glanz - vor der grossen Eröffnung am 6./7. September 2014

03.09.2014 Das älteste Rundbild der Welt, das Thun-Panorama, erstrahlt nach aufwändiger Restaurierung wieder in frischen Farben. In der Rotunde, in der das Gemälde seit 1961 präsentiert wird, informiert eine Ausstellung über die Restaurierung sowie über die Geschichte des Kunstwerks. Und ein modern gestalteter, heller Anbau mit Shop, Kaffee-Ecke und Ausstellungsflächen bietet Komfort für die Gäste und neue Möglichkeiten der Inszenierung. An einem Fest am 6. und 7. September 2014 geben die Stadt, der Förderverein des Kunstmuseums und Sponsoren das Thun-Panorama als Teil einer "Kulturmeile" entlang dem See der Öffentlichkeit zurück.


Bild oben: Marquard Wocher, Thun-Panorama, 1809-18014, Detail

WocherPanoramaAusschnitt

Bild: Marquard Wocher, Thun-Panorama, 1809-1814, Foto: © Christian Helmle (zur Vergrösserung Bild anklicken)

Nur 13 Monate nach der Schliessung und dem Beginn der Restaurierungsarbeiten am Thun-Panorama, dem Spatenstich für einen Anbau an der Rotunde und deren Instandsetzung können die Stadt Thun und das Kunstmuseum Thun zum Eröffnungswochenende einladen: Am Samstag, 6. und Sonntag, 7. September sind Gross und Klein herzlich willkommen, die Neuinszenierung des vor exakt 200 Jahren fertig gestellten, ältesten erhaltenen Rundbildes der Welt im Schadaupark einzuweihen. An beiden Tagen werden Führungen durch die sanierte Backstein-Rotunde, den neuen Anbau und zur 1814 von Marquard Wocher vollendeten und in frischen Farben leuchtenden Stadtansicht angeboten. Der Samstag wartet mit Musikdarbietungen und Apéro auf. Am Sonntag richtet sich das Programm besonders an Familien.

Drei Hauptarbeiten zur Aufwertung dieses kulturellen und touristischen Juwels der Stadt Thun, das einen wichtigen Bestandteil der Thuner "Kulturmeile" mit Scherzligen-Kirche, Schloss Schadau und Kultur- und Kongresszentrum Thun (KKThun) darstellt, sind nun abgeschlossen: die Erstellung eines Anbaus mit Museumsshop, Kaffee-Ecke und multifunktionalem Raum für Ausstellungen, Vorträge und Workshops; die Sanierung der 1960/1961 erstellten Rotunde aus Backstein, die als eines der wenigen Highlights der Sechziger-Jahre-Architektur in Thun gilt, sowie die aufwändige Restaurierung des Rundbildes durch den Restaurator Michael Fischer und sein Team.

Architektonisch hoch stehender Anbau

Ein Anbau an dieser denkmalpflegerisch und landschaftlich sensiblen Lage im Schadaupark, unweit des Schlosses Schadau, erforderte eine architektonisch hoch stehende Lösung. Deshalb führte das Amt für Stadtliegenschaften 2009 einen Studienwettbewerb unter mehreren Architekturbüros durch. Als Siegerprojekt empfahl eine Jury das Projekt "Hiroba" der Graber & Steiger Architekten, Luzern, zur Weiterbearbeitung. Für die Realisierung inklusive Instandstellung des Rundbaus bildeten sie mit den Architekten Gassner & Leuenberger, Thun, eine Architektengemeinschaft. Einbezogen wurden auch die eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD), der Fachausschuss Bau und Aussenraum der Stadt Thun sowie die Eigentümerin des Bildes, die Gottfried-Keller-Stiftung. Der Thuner Gemeinderat und das Thuner Parlament bewilligten die nötigen Kredite.

Der neue Anbau mit Shop, Ausstellungsraum und Kaffee-Ecke nimmt mit seinem schwungvollen Grundriss einerseits die Rundungen der Rotunde auf, andererseits bildet er mit seinen Glasfronten und seiner Offenheit einen Gegensatz zu ihrer verhüllenden und beschützenden Struktur. Auch ist der Anbau beheizt und erfüllt den Minergie-Standard, während die Rotunde zum Schutz des Gemäldes unbeheizt bleibt. Ein Fehler beim Bau des grossen, stützenfreien Daches verursachte zu Beginn der Arbeiten eine Verzögerung. Das Problem konnte aber dank der Kulanz der Planungsfirma ohne betriebliche und optische Beeinträchtigungen behoben werden.

Anspruchsvolle Sanierung der Rotunde

Besonders anspruchsvoll war die Sanierung der Backstein-Rotunde. Knifflig gestalteten sich gleich mehrere Arbeitsphasen: die Umsetzung der Erdbebensicherheit, die engen Raumverhältnisse zwischen Rundbild und Aussenwänden, die Herstellung und Montage einer neuen Lichtkuppel, die Gewährleistung der Absturzsicherheit durch Geländer der Besichtigungsplattform sowie der Hochwasserschutz, stand doch der Schadaupark bereits mehrmals unter Wasser. 80 Prozent der Arbeits-Aufträge konnten an ortsansässige Firmen vergeben werden.

Rundbild repariert, retouchiert und neu geschützt

Die von Mai bis August 2014 erfolgte Instandstellung des Rundbildes durch die Restauratoren Fischer & Partner AG, Bern, bestand zunächst darin, die Trägerkonstruktion zu richten, den Schutzfirnis und frühere Retuschen zu entfernen und das Bild zu reinigen. So konnten Schäden aus der Zeit vor und nach 1950, als das 38 Meter lange und 7,5 Meter hohe Gemälde insgesamt drei Mal im Freien ausgerollt wurde, sichtbar gemacht werden.

Mit wieder entfernbarer, schonender Acrylfarbe wurden alle Fehlstellen im Ölgemälde retouchiert. In einem letzten Schritt der Restaurierungsarbeiten trug das Team um Michel Fischer erneut einen Schutzfirnis auf.

Auf eine Beheizung oder Klimatisierung des Rundbaus wird nach mehreren Messungen und Versuchen auch künftig verzichtet, denn das Bild hat die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen von Sommer zu Winter stets erstaunlich gut überstanden.

Eine besondere Gelegenheit bot sich interessierten Gästen, die in den letzten Monaten vor Ort mitverfolgen konnten, wie das Gemälde aufgefrischt wurde. Nun werden Besucherinnen und Besucher die faszinierenden Details des Alltagslebens in der damaligen Stadt Thun, dargestellt an insgesamt über 300 Menschen, wieder in besonderer Prägnanz erleben können.

th

Kontakt:

http://www.thun.ch/stadtverwaltung/medienmitteilungen/news-behoerden/article/2014/09/02/title/thun-panoram-5.html

http://www.kunstmuseumthun.ch/panorama/Panorama.html

wocher panorama aussen

Bild: Gebäude Thun-Panorama - Foto: http://kunstmuseumthun.ch/panorama/meta/Medien/allgemein.html

 

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