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SCHWEIZER MEDIENKUNST: MARC LEE, CHLOÉ DELARUE UND LAURENT GÜDEL ERHALTEN PAX ART AWARDS 2021

SCHWEIZER MEDIENKUNST: MARC LEE, CHLOÉ DELARUE UND LAURENT GÜDEL ERHALTEN PAX ART AWARDS 2021

15.02.2022 Ausstellung im Haus der Elektronischen Künste HEK, Münchenstein / Basel, bis am 24. April 2022


Bild 1: Chloé Delarue, Pax-Art-Awards-2021/4_TAFAA-FERTILITY-DEVICE-NOVA-VERTA-©Florimond-Dupont

Die Ausstellung "Schweizer Medienkunst: Marc Lee, Chloé Delarue, Laurent Güdel Pax Art Awards 2021" präsentiert Werke der PreisträgerInnen der Pax Art Awards 2021, die in drei parallelen Einzelausstellungen zu sehen sind. Marc Lees aktuelle Arbeiten kreisen um das Thema Biologie, den menschlichen Körper und unsere Beziehung zur Natur. Chloé Delarue zeigt neue Arbeiten aus ihrem laufenden TAFAA-Zyklus, mit suggestiven Installationen, die an Zukunftsszenarien zwischen Magie und Dystopie erinnern. Laurent Güdel beschäftigt sich mit der Klanganalyse und insbesondere mit dem Präsentations- und Verbreitungskontext, der mit jeder Klangproduktion einhergeht. Dank der Unterstützung durch die Pax Art Awards konnten die KünstlerInnen neue Werke produzieren, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Marc Lee

Marc Lee interessiert sich dafür, wie die Informationstechnologien unser Weltverständnis beeinflussen und damit verbunden unser soziales Verhalten nachhaltig verändert haben. Insbesondere die Entstehung des World Wide Web und später die Entwicklung sozialer Netzwerke werden von ihm untersucht. Lee konzipiert immersive und interaktive Installationen. Durch einen kaleidoskopischen Einsatz von Videos aus dem Netz macht er die Informationsflut unserer Zeit anschaulich.

Im HEK präsentiert Lee eine Auswahl aktueller Arbeiten, die sich vor allem mit Themen der Biologie und Natur befassen. Sein neuestes Werk Ocean, das für die Ausstellung produziert wurde, befasst sich mit der Verschmutzung der Ozeane durch die industrielle Fischerei und die durch fossile Brennstoffe verursachte Versauerung der Meere. Er verwendet sogenannte Generative Adversarial Networks (Algorithmen des maschinellen Lernens), um fiktive Fischarten zu schaffen, die in einem solchen Lebensraum überleben könnten. Damit wirft er die Frage auf, ob Technologien wie Künstliche Intelligenz tatsächlich hilfreich sein könnten, um ökologische Katastrophen zu verhindern.

Die Arbeit Time to Nist Time to Migrate bietet dem Publikum die Möglichkeit, die innere Welt des menschlichen Körpers zu erkunden, die von Pilzen, Parasiten und Bakterien bevölkert wird. Dabei handelt es sich nicht um eine strenge wissenschaftliche Exkursion. Stattdessen werden die Betrachtenden eingeladen, auf eine poetische und philosophische Reise zu gehen.

Zu sehen sind auch viele andere interaktive Werke, die unser Verhältnis zur Natur untersuchen, wie z.B. Used to Be My Home Too und More and Less, die sich beide mit dem Artensterben und der Art und Weise befassen, wie der Mensch versucht, diese Katastrophe zu katalogisieren und sie zu verhindern. Auch eine neue Version seines TV-Bots wird zu sehen sein, die die mediale Diskussion der Covid-Pandemie thematisiert.

Marc Lee (*1969) erhielt 2021 den mit CHF 30'000 dotierten Hauptpreis der Pax Art Awards.

Er lebt und arbeitet in Zürich. Seine Werke wurden bereits international ausgestellt: HEK (Haus der Elektronischen Künste), Basel; C/0 Berlin; UNArt Center, Shanghai; Asia Culture Center (ACC); Roehrs & Bœtsch, Zürich; Annka Kultys Gallery, London; Synthesis Gallery, Berlin; MAK Wien; Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), Karlsruhe; National Art Center, Tokyo; National Museum of Modern and Contemporary; Art (MMCA), Seoul; Seoul Museum of Art; Total Museum of Contemporary Art, Seoul; Ars Electronica Center, Linz; New Museum, New York.

Bild 2: Marc Lee, Pax-Art-Awards-2021/HEK_Pax_2022_Marc_Lee_Corona-TV-Bot_4

Chloé Delarue

Die meisten Arbeiten von Chloé Delarue sind Teil eines grossen Werkzyklus mit dem Titel TAFAA Toward A Fully Automated Appearance, inspiriert durch einen 1971 veröffentlichten Artikel des Ökonomen Fischer Black über die Automatisierung des Aktienmarktes. Die Frage des technologischen Fortschritts und dessen Auswirkungen, die Automatisierung der Arbeit, das Klonen, die künstliche Intelligenz und die Frage, wie sich diese Prozesse auf das biologische Leben auswirken können, stehen im Mittelpunkt von Delarues Arbeit. Ihre Installationen bestehen aus einer Assemblage heterogener Elemente, wie wiederverwerteter Industriematerialien, Videos, Neonröhren und Latexdrucken. Damit schafft sie Atmosphären, die an dystopische Umgebungen aus Science-Fiction-Filmen erinnern.

Für die Ausstellung setzt Delarue ihren Werkzyklus TAFAA auf kohärente Weise fort und produziert für diesen Anlass eine neue, speziell fürs HEK geschaffene Installation. Der formale, physische Charakter ihrer Installationen, der durch die Zusammensetzung hybrider Materialien entsteht, sowie die Beziehung zum umgebenden Raum sind ein grundlegender Aspekt ihrer Arbeit. Die Themen, mit denen sie sich befasst, werden nicht auf erzählerische oder didaktische Weise mit Hilfe von Videos oder Diagrammen erklärt, sondern auf viszerale Form durch alle Elemente der Installation vermittelt. So werden sensorische, fast synästhetische Assoziationen in einer Art technologischem Delirium erzeugt. Das Universum der Künstlerin suggeriert eine nahe Zukunft, in der die bestehenden automatisierten Technologien einen Zustand erreichen, in dem ihre Weiterentwicklung durch die Vermengung von organischen Körpern und anorganischer Maschinerie nahezu magmatische Auswüchseerzeugt. In diesem Sinne kann ihr Werk als Darstellung eines ungezügelten und beschleunigten postindustriellen Kapitalismus gelesen werden, in dem Mensch und Informationssysteme eins werden.

Chloé Delarue (*1986) erhielt 2021 den mit CHF 15'000 dotierten Preis für
Nachwuchkünstler:innen der Pax Art Awards.

Sie lebt und arbeitet in Genf. Zu ihren Ausstellungen gehören: Binz39, Zürich; lnstituto Svizzero, Rom; HEK (Haus der Elektronischen Künste), Basel; Post Territory Ujeongguk, Seoul; CAN Neuchâtel; Windhager von Kaenel Gallerie, Zürich; Villa du Parc - Centre d'art contemporain, Annemasse; Musée des beaux-arts de La Chaux-de-Fond; La Salle de bains, Lyon; Kunsthaus Langenthal; Urgent Paradise, Lausanne; Sonnenstube, Lugano; Parc Saint Léger - Hors les murs, Nevers; Palais de l'Athénée, Genf.

Bild 3: Laurent Güdel, Pax-Art-Awards-2021/HEK_Pax_2022_Laurent_Güdel_Radio Belgrade_2020_2

Laurent Güdel

Der Klang nimmt im Werk von Laurent Güdel einen wichtigen Platz ein. Der Künstler und Komponist interessiert sich nicht nur für die akustische Komponente des Klangs, sondern vor allem für seine soziale, politische und historische Dimension. Seine Praxis basiert auf multidisziplinären und kollaborativen Ansätzen, aber auch auf der Verwendung von wiedergewonnenem und gefundenem Material.

Im HEK präsentiert Güdel eine Reihe aktueller Werke, die zum Zyklus State Music gehören. Er interessiert sich besonders für die Ursprünge der elektronischen Musik im staatlichen Rundfunk daher der Titel des Werkzyklus sowie für die Beziehung zwischen der politischen Macht, der Evolution neuer Technologien und der Entwicklung experimenteller Musik.

Das jüngste, exklusiv im HEK präsentierte Werk Over the horizon ist eine Klangkomposition, die auf einem Online-Archiv von Klangsamples aus Radiowellen und deren grafischer Visualisierung basiert (sigidwiki.com). Diese sehr unterschiedlichen Klänge entsprechen z.B. Impulsen von fernen Sternen, zivilen oder militärischen Flugsignalen, Radar- oder Satellitenkommunikation, Liedern von Piratensendern oder Informationen aus einem lokalen Radionetz.

Die Videoarbeit Radio Belgrad zeichnet einen Teil der Geschichte der elektronischen Musik nach, die während des Kalten Krieges mit dem nationalen Rundfunk verbunden war. Unknown Artist zeigt eine Audiodatei, die der Künstler zufällig in einem digitalen Rekorder gefunden hat, den er online kaufte. Güdel geht davon aus, dass ein Angestellter des Ladens vor dem Verpacken versehentlich die Aufnahmetaste gedrückt hat. Damit stellt die Audiodatei ein Artefakt dar, das die Zusammenhänge zwischen Arbeitsumfeld, dem internationalen Vertrieb sowie den Handel mit elektronischen Geräten widerspiegelt.

Laurent Güdel (*1984) erhielt 2021 den mit CHF 15‘000 dotierten Preis für
Nachwuchkünstler:innen der Pax Art Awards.

Er lebt und arbeitet in Biel. Zu seinen Ausstellungen gehören: Swiss Art Awards 2021, Basel; Lausanne Underground Film & Music Festival (LUFF); Q-02, Brussels; Electronic Musik Studien (EMS), Stockholm; Radio Belgrade, Electronic Studio, Serbia; KSYME Contemporary Music Research Center, Athens; Espace eeeh!, Nyon; Lokal-int, Biel/Bienne; Krone Couronne, Biel/Bienne; Mayday Radio Marathon, Oscillation Festival, Brussels; Centre d'art Pasquart, La Cantonale, Biel/Bienne; Espace d'art contemporain [les helles), Porrentruy; Centre d'art contemporain (CAN), Neuchâtel; documenta14, Kassel; Kunsthaus Langenthal, La Cantonale.

PAX ART AWARDS

Die Pax Art Awards werden seit 2018 verliehen. Mit den wegweisenden Preisen für digitale Kunst ehrt und fördert die Art Foundation Pax in Zusammenarbeit mit dem HEK medienspezifische Praktiken von Schweizer nstlerInnen, deren Werke Medientechnologien nutzen aber auch deren Auswirkungen reflektieren.

Die Hälfte des Preisgeldes dient dem Ankauf eines Werks durch die Art Foundation Pax für deren Sammlung, mit der anderen Hälfte werden die PreisträgerInnen bei der Entwicklung eines neuen Werkes unterstützt, welches im Frühjahr des darauffolgenden Jahres in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert wird. Die Art Foundation Pax ist eine unabhängige Stiftung zur Förderung der digitalen und medienbasierten Kunst der Schweiz und wird finanziell unterstützt von Pax.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm vor Ort und online begleitet. Es finden regelmässig Führungen in deutscher, englischer und französischer Sprache statt.

hek

Kurator: Boris Magrini

Kontakt:

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