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"RICHARD MCGUIRE. THEN AND THERE, HERE AN NOW
"

"RICHARD MCGUIRE. THEN AND THERE, HERE AN NOW
"

09.06.2024 Ausstellung im Cartoonmuseum Basel, bis am 3. November 2024


Bild oben: Plakat Cartoonmuseum Basel © Richard McGuire, «Then and There, Here and Now», 2024

Richard McGuire - Foto: © Derek Li Wan Po

Bild: Richard McGuire - Foto: © Derek Li Wan Po

© Richard McGuire, "Here", Pantheon (Hg.), 2014

Bild: © Richard McGuire, «Here», Tanzende, Pantheon (Hg.), 2014

© Richard McGuire, "Here", Bison im Wohnzimmer, Pantheon (Hg.), 2014

Bild: © Richard McGuire, «Here», Bison im Wohnzimmer, Pantheon (Hg.), 2014

Der US-amerikanische Zeichner, Designer und Musiker Richard McGuire hat tausend künstlerische Leben gelebt. Mit der Graphic Novel «Hier» (2014) hat McGuire ein Kultbuch geschaffen, das aktuell von Regisseur Robert Zemeckis mit Tom Hanks und Robin Wright in den Hauptrollen verfilmt wird.

In den 1980er-Jahren war er Teil der avantgardistisch grenzüberschreitenden Kunstszene von Downtown New York, die Kunst und Musik vermischte und das Genre der Street-Art initiierte. Mit «Richard McGuire. Then and There, Here and Now» zeigt das Cartoonmuseum Basel die erste umfassende Retrospektive zum breitgefächerten Werk und der 40-jährigen Karriere des multidisziplinären Künstlers. Zeitgleich erscheint die erste Überblickspublikation im Christoph Merian Verlag.

Der 1957 geborene US-amerikanische Zeichner, Designer und Musiker Richard McGuire hat mit seiner 2014 erschienenen Graphic Novel «Hier» ein Buch geschaffen, das zu Recht als bedeutender Impulsgeber für den Comic gilt. Die 300-seitige Graphic Novel, die aktuell verfilmt wird, wirbelt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unseres Planeten an einem kleinen Ort durcheinander. «Hier» ist eine Ode an das Leben in Form einer schwindelerregenden Erzählung, die sich durch eine raffiniert vereinfachte Ästhetik und eine minimalistische Formensprache auszeichnet: In einem an McGuires Elternhaus angelehnten Wohnraum lässt «Hier» uns wie in einer Zeitmaschine durch Milliarden von Jahren reisen – vom Erscheinen des Lebens auf der Erde vorbei am Moment, in dem das Haus und sein Wohnzimmer stehen, bis in die ferne Zukunft.

Grundlage für die Graphic Novel war eine sechsseitige Kurzgeschichte, die McGuire bereits 1989 im Comicmagazin «RAW» von Art Spiegelman und Françoise Mouly veröffentlicht hatte. Im Jahr 2016 wurde die inzwischen in 20 Sprachen übersetzte Graphic Novel mit dem Fauve d’or geehrt, der höchsten französischen Auszeichnung für Graphic Novels.

Als das dem Comic verwandteste Werk von McGuire wurde «Hier» zum Ausgangspunkt der Konzeption der 2024 dem Künstler gewidmeten Retrospektive «Then and There, Here and Now» im Cartoonmuseum Basel, die wiederum Anlass und Grundlage ist für die begleitende Publikation.

Die Ausstellung zeigt die Anfänge McGuires als Street-Art-Künstler, dessen Schablonenzeichnungen rund um eine Figur namens Ixnae Nix im New York der 1980er-Jahre hingen, sowie seine Zeit als Bassist und Mitgründer der bahnbrechende Post-Punk-Band Liquid Liquid, für die er einen vielgesampelten, ikonischen Basslauf kreierte, der von Grandmaster Flash und Melle Mel übernommen wurde.

«Was ich damals gemacht habe, war kein Graffiti, aber es war eine Reaktion auf Graffiti», erzählt McGuire. «Jedes Bild ist wie eine Folge in einer Serie. Ich fertigte jeweils zwei Kopien an, von denen ich die eine in den Strassen hinklebte, während ich die andere für mein Archiv aufbewahrte. Am Tag danach fotografierte eine Freundin, Martha Fishkin, dann das Werk, um es zu dokumentieren.»

McGuire entwarf auch Plakate für seine Band und brachte sie oft in derselben Nacht an wie die Ixnae-Nix-Bilder. Im Gegensatz zu letzteren waren die Bandplakate hauptsächlich Collagen, für die er handgezeichnete Schriften oder Letraset-Abreibebuchstaben verwendete und die dann im Offset- oder Siebdruckverfahren in einer Auflage von etwa hundert Stück gedruckt wurden. Auch andere Kunstschaffende griffen zu dieser Zeit auf die Graffiti-Kultur zurück, darunter Jean-Michel Basquiat und Al Diaz, die gemeinsam als SAMO© arbeiteten und von denen McGuire meinte: «Für mich waren sie die Manifestation einer sehr starken, neuen Stimme.» So auch Keith Haring, der damals gerade begann, seine Figuren auf freie Werbeflächen in New Yorker U-Bahn-Wagen und auf Bahnsteigen zu zeichnen.

© Richard McGuire, The New Yorker Cover Noise, 2019

Bild: © Richard McGuire, «The New Yorker» Cover Noise, 2019

Der Bogen der Ausstellung reicht von Illustrationen und Titelseiten für «The New Yorker», mit denen er sich nach Auflösung der Band beschäftigte, über Kinderbücher, Spielsachen und Animationsfilme, die er konzipierte und bei denen er Regie führte, bis hin zu Originalen für sein Schlüsselwerk «Hier» sowie für eine aktuelle, noch namenlose Graphic Novel, die bildende Kunst und Musik fusionieren wird.

Die Ausstellung und das Buch sind die packende und vitale Essenz einer künstlerischen Entwicklung, die niemals ruht und sich, getrieben von kreativer Neugier, ständig selbst Türen öffnet.

Es wird ein Werk vorgestellt, das trotz seiner enormen Breite auch viele Konstanten und innere Bezüge aufweist. So ist es nicht verwunderlich, dass sich gewisse Aspekte in McGuires gesamtem Werk wiederfinden, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Der Künstler ist an der Schnittstelle von Klang und Bild gestartet, und nun bringen aktuelle Arbeiten diese beiden Sinneseindrücke wieder zusammen. Da ist «Listen» (Zuhören), ein in der Folge der Isolation durch die Corona-Pandemie entstandenes Buch, das Geräuschen um McGuires Haus nördlich von New York City eine grafische Gestalt verleiht. Und da sind die in den letzten Jahren entstandenen Klangzeichnungen, die wie eine von McGuire kreierte Notation funktionieren, sowie Arbeiten für eine Graphic Novel, die der Bedeutung von Klängen nachgehen wird.

cmb

Kuratorin: Anette Gehrig

Kontakt:

https://cartoonmuseum.ch/ausstellungen

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© Richard McGuire, «Popeye and Olive», Fotokino (Hg.), 2023

Bild: © Richard McGuire, «Popeye and Olive», Fotokino (Hg.), 2023

© Richard McGuire, «Children’s Books», Illustration für «The New York Times» Book Review, 2000

Bild: © Richard McGuire, «Children’s Books», Illustration für «The New York Times» Book Review, 2000

Biografie

Richard McGuire wurde in den frühen 1980er-Jahren als Bassist und Gründungsmitglied der bahnbrechenden Post-Punk-Band Liquid Liquid bekannt, für die er alle Plakate und Albumcover entwarf. Einer ihrer berühmtesten Titel, «Cavern» (Höhle), wurde von Grandmaster Flash und Melle Mel übernommen und für den Hit «White Lines» (Weisse Linien) verwendet.

McGuire stammt aus der New Yorker Downtown-Szene, in der sich Kunst und Musik vermischten, und war 1981 mit seiner Street-Art in der Ausstellung «New York / New Wave» (New York / Neue Welle) im MoMA PS1 vertreten, neben den Werken von Keith Haring und Jean-Michel Basquiat.

Er hat ein kleines, aber wichtiges Werk an Comics geschaffen, darunter die Kurzgeschichte «Hier», die 1989 im Magazin «RAW» von Art Spiegelman und Françoise Mouly veröffentlicht wurde. Das Werk hat die Art und Weise, wie Zeit und Raum in Comics dargestellt werden, neu definiert und wird als transformative Arbeit anerkannt. Später wurde es zur Grundlage für die gleichnamige Graphic Novel, die 2014 bei Pantheon Books erschien. Sie wurde seither in mehr als 20 Sprachen übersetzt und 2016 mit dem Fauve d’or gewürdigt, der höchsten Auszeichnung für Graphic Novels in Frankreich.

2022 wurde eine Verfilmung von «Hier» unter der Regie von Robert Zemeckis angekündigt, mit Tom Hanks und Robin Wright in den Hauptrollen.

Während seiner gesamten Karriere ist McGuires künstlerische Praxis multidisziplinär geblieben. Er ist ein Illustrator und langjähriger Mitarbeiter des Magazins «The New Yorker», für das er zahlreiche Titelseiten und Innenillustrationen angefertigt hat. Ausserdem hat er mehrere Kinderbücher geschrieben und gezeichnet, Spielsachen und andere Produkte entworfen, interaktive Medien geschaffen sowie die Gestaltung und Regie von Animationsfilmen übernommen, darunter der Kurzfilm «Micro Loup» (2002) und das Schlusssegment für den animierten Episodenfilm «Peur(s) du noir» (2007). Im Jahr 2018 stellte er 60 Skulpturen im Aldrich Contemporary Art Museum in Ridgefield, Connecticut, aus.

Seine Arbeiten sind in den ständigen Sammlungen des Museum of Modern Art, des Metropolitan Museum of Art, der Morgan Library and Museum und des Cooper Hewitt Smithsonian Design Museum vertreten.

cmb

Bibliografie

- «The Orange Book» (Das Orangenbuch), New York: Children’s Universe, 1992
- «Night Becomes Day» (Die Nacht wird zum Tag), New York: Viking, 1994
- «What Goes Around Comes Around» (Wie man in den Wald ruft, so schallt es
heraus), New York: Viking, 1995
- «What’s Wrong with This Book?» (Was stimmt nicht mit diesem Buch?), New
York: Viking, 1997
- «Here» (Hier), Pantheon, 2014
Auf Deutsch erschienen beim Verlag DuMont, 2014

Begleitpublikation:

«Richard McGuire. Then and There, Here and Now», Cartoonmuseum Basel (Hg.); Vincent Tuset-Anrès, Anette Gehrig, Richard McGuire; Christoph Merian Verlag 2024
ISBN 978-3-03969-024-4

R McGuire Publikation Basel 2024

Katalog:

«Richard McGuire. Then and There, Here and Now», Cartoonmuseum Basel (Hg.);
Vincent Tuset-Anrès, Anette Gehrig, Richard McGuire; Christoph Merian Verlag 2024

© Richard McGuire, «Ixnae Nix. Different Nervous Rhythms», 1981

Bild: © Richard McGuire, «Ixnae Nix. Different Nervous Rhythms», 1981

 

 

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