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"Dieter Roth. Das Tränenmeer"

"Dieter Roth. Das Tränenmeer"

16.09.2010 Als Höhepunkt in diesem Jahr sowie als letzte Eigenproduktion in den Frigorex-Hallen vor dem Umzug ins Bourbaki-Panorama zeigt die Kunsthalle Luzern die Ausstellung "Dieter Roth. Das Tränenmeer".


 

"Eine Träne ist besser als ein böses Wort!". Am Mittwoch, dem 17. März 1971, erschien dieser Satz als Inserat im "Anzeiger Stadt Luzern und Umgebung". Bis zum Freitag, dem 15. September des folgenden Jahres, waren in dem Gratisblatt, das in alle Luzerner Haushalte verteilt wurde, 130 weitere poetische Inserate zu lesen. Auf ihren Autor, "Dieter Roth" (1930-1998), verwies einzig das Kürzel D. R., mit dem alle Inserate versehen waren.

"Roth" sandte die Texte der mit ihm befreundeten Luzernerin Erica Ebinger, damit sie die Inserate für ihn bei der Zeitung aufgebe. Geplant waren von dem Künstler ursprünglich 220 Anzeigen, doch die Geschäftsleitung der Zeitung stellte den Abdruck schliesslich mit der Begründung ein, diese rätselhaften Texte seien "ganz einfach für die Öffentlichkeit nicht mehr zumutbar".

"Dieter Roths" künstlerisch-literarische Interventionen stehen im Zentrum der Ausstellung, die der wenig bekannten Beziehung des Künstlers zu Luzern gewidmet ist.

Später schrieb "Roth" in dem aus der genannten Folge von "Anzeigen" entstandenen Buch "Das Tränenmeer" über das populäre Luzerner Werbeblatt: "Das geht da brutal zu auf diesen Seiten, das ist wie ein grosser Schrotthaufen. Da hab ich gedacht, da steck ich so eine kleine Träne noch hinein."

"Dieter Roth" kannte Luzern gut und er hielt sich oft hier auf. "Das Tränenmeer", bestimmt für die Luzerner Öffentlichkeit, wurde von dieser damals weitgehend ignoriert. Jetzt ist es in seinem originalen Kontext neu zu entdecken.

Eingang fand "Roths" Schaffen über lange Jahre in drei private Luzerner Kunstsammlungen und ist dort noch heute mit wichtigen Werken vertreten. Der Künstler war mit ihren Besitzern, mit Erica Ebinger, Hans Langenbacher und Gottfried Anliker, freundschaftlich verbunden und auch immer wieder bei ihnen zu Gast.

Dank bislang selten, zum grossen Teil sogar noch nie öffentlich gezeigter Leihgaben aus diesen Sammlungen bietet die Schau in der Kunsthalle Luzern einen bislang ungekannten Einblick in die geniale Vielfalt von Roths künstlerischem Schaffen und zeugt von den Spuren seiner anregenden Beziehung zu dieser Stadt.

Bis 20. Oktober 2010

 

khl

Kontakt:

http://www.kunsthalleluzern.ch

 

---> 23.September 2010 um 19.00 Uhr <---

"Dieter Roths künstlerische und literarische Strategien", Podiumsgespräch mit Barbara Wien, Dr. Max Wechsler, Bruno Steiger und Dr. Gabriela Christen (Moderation) sowie "Engler sieht Roth", Texte aus dem Tränenmeer, Literarische Performance mit Martin Engler.

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