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Daniel Leutenegger, Rathausgasse 18, CH-3011 Bern, www.ch-cultura.ch

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"DESIGN FÜR ALLE? VIELFALT ALS NORM
"

"DESIGN FÜR ALLE? VIELFALT ALS NORM
"

23.06.2024 Ausstellung im Museum für Gestaltung, Toni-Areal, Zürich, bis am 20. Oktober 2024


Bild: Lekker Architects & Lanzavecchia + Wai, Hack Care: Tips and Tricks for a Dementia-friendly Home, 2017-2023, Foto: © Khoo Guo-Jie

Microsoft-Adaptives, barrierefreies Zubehör, 2022, © Microsoft

Bild: Microsoft-Adaptives, barrierefreies Zubehör, 2022, © Microsoft

Für wen ist unsere Welt eigentlich gestaltet? Die Ausstellung "Design für alle?" im Museum für  Gestaltung Zürich präsentiert zeitgenössisches, inklusives Design und Architektur. Im Zentrum stehen fünf Statements von internationalen Designschaffenden, deren Praxis die Vielfalt der Gesellschaft einbezieht und unsere Umwelt zugänglicher macht.

Jeder Mensch ist einzigartig und hat unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten. Die gestaltete Umwelt entspricht jedoch selten den Anforderungen aller. Menschen, die nicht den gängigen Normen entsprechen, sind besonders von Diskriminierung betroffen. Sie sind damit konfrontiert, Gegenstände, Räume oder Transportmittel aufgrund von Behinderungen, Grösse, Alter, Geschlecht, finanziellen Ressourcen oder Sprachbarrieren nicht oder nur eingeschränkt nutzen zu können.

Es stellt sich die Frage: Für wen ist unsere Welt eigentlich gestaltet? Oder umgekehrt formuliert: Wer wird "by design" ausgeschlossen?

Trotz vieler Fortschritte, gibt es in unserer Gesellschaft noch viel Potenzial, das Bewusstsein für Inklusion zu schärfen und stärker in die Gestaltung zu integrieren. Hier setzt die Ausstellung an.

Neben spekulativen Auseinandersetzungen von Designschaffenden wird ein breites Spektrum inklusiven Designs gezeigt; von Apps, Spielzeug und Kleidung über Do-it-yourself-Projekte bis hin zur Gestaltung des öffentlichen Raums.

Inklusives Design heute

Die Debatten um Inklusion und Partizipation nehmen seit den 1980er-Jahren einen wichtigen Platz im Designdiskurs ein. Dabei geht es darum, die gestaltete Umwelt für alle Menschen unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrem Alter oder ihrer Lebenslage zugänglicher zu machen. Hilfsmittel wie  Rampen und Rollstühle spielen dabei eine wichtige Rolle, sind aber aus heutiger Sicht nur ein Teil des breiten Spektrums an inklusiver Gestaltung.

Leitmotive wie Dialog, Partizipation und Vielstimmigkeit waren zentral für die Konzeption der Ausstellung "Design für alle?" So versteht sich die Schau als Forum, das aktuelle Positionen, Stimmen und Diskussionen zum Thema zusammenführt.

Fünf ausgewählte Kreativschaffende aus den Bereichen Architektur und Design haben jeweils ein räumliches Statement für die Ausstellung konzipiert: Das international renommierte Architekturstudio MIXdesign zeigt ein spekulatives Projekt für eine Toilettenanlage mit Räumen für vielfältige Bedürfnisse. Die Designpionierin und Aktivistin Sara Hendren hat einen dokumentarischen Filmbeitrag zum Thema Hacking gedreht: Ein handwerklich versierter Architekt mit amputiertem Unterarm gibt Einblick in seine Welt des Do-it-yourself Designs. Dis, ein Londoner Recherchekollektiv bestehend aus Autor James Zatka-Haas und Architekt Jordan Whitewood-Neal, realisierte eine poetische audiovisuelle Rauminstallation zum Thema Behinderung und Nacht. Das österreichische Modeunternehmen MOB, das mit inklusiver Mode für Furore sorgt, zeigt den Designprozess rund um ihr Key-Piece: einen Herrenanzug für Rollstuhlnutzer:innen. Fem_arc, ein Kollektiv aus Berlin lädt dazu ein, Räume aus eigener und fremder Perspektive zu erleben und Erfahrungen in der Ausstellung auszutauschen.

Joel Sanders und MIXdesign, Stalled!, überarbeiteter Grundriss der Toilettenanlagen vom Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York, 2021-2022

Bild: Joel Sanders und MIXdesign, Stalled!, überarbeiteter Grundriss der Toilettenanlagen vom Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York, 2021-2022

Co-Design und Empowerment

Auf einer 22 Meter langen Rampe - einer szenografischen Auseinandersetzung der Ausstellungsarchitekten TEN Studio mit Normen und unterschiedlichen Höhen - beziehen rund 80 Objekte und Projekte Position zum Thema: Neu interpretierte Gehhilfen, ergonomisches Essgeschirr, Ballettschuhe in verschiedenen Hautfarben, innovative Hilfsmittel für die Palliativpflege oder der ersteweibliche Crashtest-Dummy loten den Begriff Inklusion in seiner Breite aus und schaffen überraschende Bezüge.

Viele der gezeigten Objekte sind von Designschaffenden aus ihrem eigenen Erleben von Barrieren heraus oder gemeinsam - im Co-Design - mit den vorgesehenen Nutzer:innen entstanden. Sie spannen den Bogen zwischen "für alle" und spezifischen Lösungen, zwischen Massenproduktion und Hacks.

Sechs Interviews mit internationalen Expert:innen, wie unter anderem Quemuel Arroyo, Chief Accessibility Officer der öffentlichen Verkehrsbetriebe des Staates New York, erweitern das Spektrum.

"Design für alle?" ist eine Einladung, den Ursprüngen und Auswirkungen der normierten Umwelt nachzuspüren und über mögliche Lösungsansätze nachzudenken. "Mit dieser spekulativen Ausstellung möchte das Museum einen Beitrag zum Diskurs über Vielfalt und Normen leisten und die eigenen Mechanismen, Barrieren und auch die Grenzen der Umsetzung genauer beleuchten", so die Kuratorinnen Evelyn Steiner und Sara Zeller.

Ausstellung für alle

Inklusion und Barrierefreiheit waren auch bei der Entwicklung der Ausstellungsgestaltung massgebend. Um eine optimale Zugänglichkeit zu gewährleisten, beriet ein eigens für die Ausstellung zusammengestelltes Advisoryboard das Kuratorinnen-Team. Viele Exponate sind multisensorisch - d.h. über mindestens zwei Sinne - erfahrbar; der Ausstellungsraum ist rollstuhlgängig gestaltet. Sitzgelegenheiten und eine Rückzugszone bieten die Möglichkeit einer Pause. Kurze Texte und ein Saalblatt in einfacher Sprache erleichtern den Zugang zu den Inhalten. Die Ausstellungsgrafik setzt auf gute Kontraste und gut lesbare Schriften, die auch für Screenreader funktionieren. Auf Anmeldung assistiert der BesucherInnenservice beim Besuch der Ausstellung.

Publikation

"Design für alle? Inklusive Gestaltung heute"
Museum für Gestaltung Zürich / Evelyn Steiner, Sara Zeller (Hg.), Spector Books, CHF 30, erhältlich auf Deutsch und auf Englisch. eshop.museum-gestaltung.ch

mfg

Kontakt:

https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/design-fuer-alle/

#MuseumfürGestaltungZürich #Designfüralle #VielfaltalsNorm #EvelynSteiner #SaraZeller #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Ausstellung "Design für alle? Vielfalt als Norm" im Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, 2024, Foto: Regula Bearth © ZHdK

Bild: Ausstellung "Design für alle? Vielfalt als Norm" im Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, 2024, Foto: Regula Bearth © ZHdK

 

 

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