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Daniel Leutenegger, Rathausgasse 18, CH-3011 Bern, www.ch-cultura.ch

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"DAS ZWEITE LEBEN DER DINGE. STEIN, METALL, PLASTIK"

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15.06.2024 Ausstellung im Schweizerischen Landesmuseum Zürich, bis am 10. November 2024


Bild oben: Dieser mittig auseinandergebrochene Keramikteller wurde mittels Metallklammern geflickt. Zunächst bohrte man Löcher, um die Klammern anzubringen. Danach konnten Löcher und Risse mit Kitt abgedichtet werden. Auf ähnlich Weise wurden Keramikgefässe schon in prähistorischer Zeit repariert. Langnau im Emmental BE, um 1800-1830 © Schweizerisches Nationalmuseum

Venusstatuette - Skulpturen wie diese schmückten einst private Villen. Möglicherweise ging sie kaputt oder entsprach nicht mehr dem Geschmack des Hausherrn. Sie endet als Baumaterial in den Mauern des spätrömischen Kastells von Augusta Raurica. Kaiseraugst AG, 200–260 n. Chr., Kalkstein © Museum Augusta Raurica, Augst

Bild: Venusstatuette - Skulpturen wie diese schmückten einst private Villen. Möglicherweise ging sie kaputt oder entsprach nicht mehr dem Geschmack des Hausherrn. Sie endete als Baumaterial in den Mauern des spätrömischen Kastells von Augusta Raurica. Kaiseraugst AG, 200–260 n. Chr., Kalkstein © Museum Augusta Raurica, Augst

Innenansicht einer Bauernstube am Abend - Um den Familientisch versammelt sind mehrere Personen mit typischen Feierabendarbeiten beschäftigt. Zwei Frauen führen Handarbeiten aus: Eine näht, die andere spinnt Garn. Zwei Männer sind am Reparieren von Werkzeug: Neue Holzzinken für einen Rechen werden geschnitzt und eingesetzt. Druckgrafik, wohl Jakob Kaiser, wohl Luzern LU, um 1850 © Schweizerisches Nationalmuseum

Bild: Innenansicht einer Bauernstube am Abend - Um den Familientisch versammelt sind mehrere Personen mit typischen Feierabendarbeiten beschäftigt. Zwei Frauen führen Handarbeiten aus: Eine näht, die andere spinnt Garn. Zwei Männer sind am Reparieren von Werkzeug: Neue Holzzinken für einen Rechen werden geschnitzt und eingesetzt. Druckgrafik, wohl Jakob Kaiser, wohl Luzern LU, um 1850 © Schweizerisches Nationalmuseum

Reparatur, Wiederverwendung und Umnutzung: Eine neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich wirft einen Blick auf die Methoden der Kreislaufwirtschaft – von der Steinzeit bis in die Gegenwart.

Obwohl der Begriff relativ jung ist, gibt es die Kreislaufwirtschaft schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Unsere Vorfahren haben zwar auch Abfall produziert und die Umwelt verschmutzt. Doch vor der heutigen Wegwerf- und Konsumgesellschaft bestimmten Mangel und Knappheit, wie mit Gegenständen und Ressourcen umgegangen wurde. Wo immer möglich, wurde recycelt, repariert, umgearbeitet oder weiterverwendet.

Durch die Präsentation von Objekten, die geflickt, wiederverwendet und über Generationen hinweg geschätzt wurden, ermöglicht die Ausstellung, das Bewusstsein für den Wert eines zweiten Lebens der Dinge zu schärfen.

Belege für die Umnutzung von Materialien finden sich bereits in der Steinzeit. Beschädigte Silexklingen oder Äxte aus Felsgestein warf man nicht weg, sondern formte sie um, damit sie weiterverwendet werden konnten. Später waren es Gefässe, Schmuck, Geräte oder Skulpturen aus Bronze, die man in Depots sammelte und einschmolz, um daraus beispielsweise Münzen und Waffen herzustellen.

Es gibt dann auch Objekte, die unverändert blieben, aber von Generation zu Generation weitergegeben und genutzt wurden. Dazu gehört zum Beispiel eine Wiege aus dem 17. Jahrhundert, die zahlreichen Mitgliedern der Zürcher Familie Waser als erste Schlafstätte gedient haben dürfte.

Dass auch Uniformen geflickt werden, zeigt eine Darstellung des 3. Schweizer Regiments während der Napoleonischen Kriege: Der Offizier im Marschtenue rechts im Bild trägt eine graue, abgetragene Hose mit Flicken im Schritt und an den Knien. Sein Rock ist ausgebleicht. Handzeichnung, um 1808 © Schweizerisches Nationalmuseum

Bild: Dass auch Uniformen geflickt werden, zeigt eine Darstellung des 3. Schweizer Regiments während der Napoleonischen Kriege: Der Offizier im Marschtenue rechts im Bild trägt eine graue, abgetragene Hose mit Flicken im Schritt und an den Knien. Sein Rock ist ausgebleicht. Handzeichnung, um 1808 © Schweizerisches Nationalmuseum

Auch Textilien nutzten die Menschen vor der industriellen Massenproduktion bis sie zerfielen und unbrauchbar wurden. Hausherren gaben ihr Kleider an die Angestellten weiter, danach nutzte man die Textilfetzen als Lumpen, für die Papierproduktion oder gar als Toilettenpapier.

Ebenso erhielten besonders kostbare Kleider nach dem Gebrauch durch Adelige eine neue Funktion in Kirchen und Klöstern als liturgische Gewänder, Marienkleidchen, Altartücher oder zum Einwickeln von Reliquien.

Vor dem 20. Jahrhundert war die Ressourcenknappheit der Treiber für die Entwicklung von Strategien zur Wieder-, Weiterverwendung oder Umnutzung.

Heute sind es Überproduktion und Umweltverschmutzung, die uns zwingen, uns Gedanken über die Kreislaufwirtschaft zu machen. Dabei können neue Technologien Chancen bieten: Das Internet ermöglicht den Tausch und Weiterverkauf von gebrauchten Gegenständen. Zeitgenössische Modedesigner und Modedesignerinnen werten Altes mittels Upcycling auf oder verwenden Abfallmaterialien, um daraus neue Kleidung und Accessoires zu schaffen.

Auch die Ausstellung selbst leistet ihren Beitrag. Viele der Bauelemente stammen aus vergangenen Ausstellungen oder können in künftigen wiederverwendet werden.

Die Ausstellung ist bis am 10. November 2024 im Landesmuseum Zürich zu sehen. Danach reist sie weiter ins Forum Schweizer Geschichte Schwyz, wo sie vom 7. Dezember 2024 bis 27. April 2025 gezeigt wird.

lmz

Kontakt:

https://www.landesmuseum.ch/dinge

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Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs wird so viel wie möglich wiederverwendet. Vor allem Frauenorganisationen leisten einen grossen Beitrag beim Sammeln von verwertbaren Materialien. Frauen der Zürcher Frauenzentrale bei der Sammelaktion für kinderreiche Familien, Zürich, 1943 © Schweizerisches Nationalmuseum / ASL

Bild: Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs wird so viel wie möglich wiederverwendet. Vor allem Frauenorganisationen leisten einen grossen Beitrag beim Sammeln von verwertbaren Materialien. Frauen der Zürcher Frauenzentrale bei der Sammelaktion für kinderreiche Familien, Zürich, 1943 © Schweizerisches Nationalmuseum / ASL

Der Schweizer Künstler Jean Tinguely sammelt Dinge auf Schrottplätzen und Müllhalden und konstruiert daraus seine von Dada inspirierte Kunst. Die meisten seiner Skulpturen enthalten einen Elektromotor, damit sie sich bewegen und – als ein wesentliches Element seiner Kunst – auch Geräusche hervorbringen. Heureka, Skulptur aus Eisenschrott, Jean Tinguely (1925-1991), Zürich, 1963-1964, Fotografie © Schweizerisches Nationalmuseum

Bild: Der Schweizer Künstler Jean Tinguely sammelt Dinge auf Schrottplätzen und Müllhalden und konstruiert daraus seine von Dada inspirierte Kunst. Die meisten seiner Skulpturen enthalten einen Elektromotor, damit sie sich bewegen und – als ein wesentliches Element seiner Kunst – auch Geräusche hervorbringen. Heureka, Skulptur aus Eisenschrott, Jean Tinguely (1925-1991), Zürich, 1963-1964, Fotografie © Schweizerisches Nationalmuseum

Dieses Kleid ist eine Kreation des Walliser Modeschöpfers Kévin Germanier. Er ist international bekannt für seine glamouröse Upcycling-Mode und arbeitet mit Stoffen, Perlen und Pailletten, die wegen Überschuss oder Unvollkommenheit weggeworfen wurden. Look 27, Kévin Germanier (* 1992), Paris, Frankreich, Frühling/Sommer Kollektion 2023, upgecycelte Pailletten, Perlen, Kunststoff, PVC, Holz, Glas, Harz © Schweizerisches Nationalmuseum

Bild: Dieses Kleid ist eine Kreation des Walliser Modeschöpfers Kévin Germanier. Er ist international bekannt für seine glamouröse Upcycling-Mode und arbeitet mit Stoffen, Perlen und Pailletten, die wegen Überschuss oder Unvollkommenheit weggeworfen wurden. Look 27, Kévin Germanier (* 1992), Paris, Frankreich, Frühling/Sommer Kollektion 2023, upgecycelte Pailletten, Perlen, Kunststoff, PVC, Holz, Glas, Harz © Schweizerisches Nationalmuseum

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