"CASPAR DAVID FRIEDRICH UND DIE VORBOTEN DER ROMANTIK"
28.08.2023 Ausstellung im Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten, bis am 19. November 2023
Bild oben: Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, um 1817, Öl auf Leinwand, Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen, erworben 1970 (zur Vergrösserung anklicken)
Bild: Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1818, Ölfarben auf Leinwand, Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf, 1930
2024 feiert die Kunstwelt Caspar David Friedrichs 250. Geburtstag. Das Kunst Museum Winterthur präsentiert bereits im Vorjahr eine umfassende Jubiläumsschau zum bedeutendsten Maler der deutschen Romantik. Seine ikonischen Bildfindungen wie der bedeutende "Wanderer über dem Nebelmeer" und die berühmten "Kreidefelsen auf Rügen" treten dabei erstmals in einen Dialog mit Vorläufern der Romantik.
In Friedrichs epochalen Gemälden kommt ein neues, romantisches Verhältnis von Mensch und Natur zum Ausdruck. Mit seinen atemberaubenden Stimmungslandschaften und seinen aufsehenerregenden Bildfindungen definierte er die Gattung der Landschaftsmalerei an der Schwelle zur Moderne neu und verlieh ihr neue inhaltliche Dimensionen.
Doch während seine herausragende künstlerische Stellung, seine Innovationskraft und sein wegweisender Beitrag zur Kunstgeschichte unbestritten sind, wird sein Werk bis heute kontrovers diskutiert. Die einen Interpretationen sehen darin religiöse Symbole, die anderen politische Botschaften. Sie sind zugleich Ausdruck emotionaler Befindlichkeit wie auch nüchterne Darstellungen von naturwissenschaftlicher Präzision. Trotzdem oder gerade deswegen ist die Faszination für sein Werk bis heute ungebrochen und begeistert nicht nur die Kunstwissenschaft.
Bild: Caspar David Friedrich (*1774 Greifswald, †1840 Dresden), Mann und Frau in Betrachtung des Mondes, um 1824, Öl auf Leinwand, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
Bisher wenig Beachtung fand die Frage, woher Friedrich Anregung für sein Schaffen fand, welche Künstler er bewunderte und wie diese sein Werk beeinflussten. Im Kunst Museum Winterthur werden die Vertreter einer frühen Stimmungslandschaft als Vorboten der Romantik in Bezug zu Friedrichs Werken gesetzt. Dazu zählen niederländische Landschaftsmaler des Goldenen Zeitalters, aber auch Meister wie Claude Lorrain oder die Kleinmeisterkunst des 18. Jahrhunderts. In der präzsien Gegenüberstellung mit diesen bedeutenden künstlerischen Vorläufern kann Friedrichs Werk neu diskutiert und entdeckt werden. Im Jahr vor dem Jubiläum 2024 präsentiert sich die Ausstellung so im doppelten Sinne als Vorbotin.
Bild: Caspar David Friedrich (*1774 Greifswald, †1840 Dresden), Morgennebel im Gebirge, 1808, Öl auf Leinwand, Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt
Einzige Schweizer Ausstellung
"Caspar David Friedrich und die Vorboten der Romantik": Bei der einzigartigen Ausstellung handelt sich um die erste und einzige grosse Ausstellung zu Friedrich in der Schweiz überhaupt und um eine der grössten in der Geschichte des Kunst Museums Winterthur. Sie entstand in enger Kooperation mit dem Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, wo sie in veränderter Form bis Juni 2023 zu sehen war.
Dank der Stiftung Oskar Reinhart verfügt das Kunst Museum Winterthur über die bedeutendste Werkgruppe zur Deutschen Romantik ausserhalb der Bundesrepublik und ist damit prädestiniert für diese wegweisende Ausstellung.
Das Herzstück der Sammlung, das ikonische Gemälde "Kreidefelsen auf Rügen", wird nun gemeinsam mit anderen Meisterwerken zu sehen sein, darunter der "Wanderer über dem Nebelmeer" aus der Hamburger Kunsthalle oder "Mann und Frau den Mond betrachend" aus der Nationalgalerie Berlin.
Die Ausstellung wird begleitet von einer umfassenden Publikation mit Beiträgen führender Friedrich-Forscher sowie einem umfassenden Rahmenprogramm.
Kurator: David Schmidhauser
kmw
Kontakt:
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Bild: Caspar David Friedrich (*1774 Greifswald, †1840 Dresden), Der Watzmann, 1824/1825, Öl auf Leinwand, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Leihgabe der Deka Kunstsammlung, Frankfurt am Main