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"BERNARD VOÏTA - MELENCOLIA"

"BERNARD VOÏTA - MELENCOLIA"

31.05.2024 Ausstellung der Fotostiftung Schweiz, Winterthur, vom 1. Juni bis am 6. Oktober 2024


Bild: Bernard Voïta, Melencolia XIII (Nicolas L.), 2014 © Bernard Voïta

Bernard Voïta (*1960 in Cully, VD) gehört zu den herausragenden Fotokünstlern unserer Zeit. Seine Werke erinnern zunächst an Montagen oder Collagen, bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich jedoch als reale Installationen im Raum. Die Serie Melencolia (2014-2017), die in der Fotostiftung Schweiz erstmals umfassend präsentiert wird, ist eine Quintessenz aus seiner langjährigen Gratwanderung zwischen Sein und Schein – ein hochaktuelles künstlerisches Statement zur Gegenwart.

«Ich bin kein Fotograf», sagt Bernard Voïta. Die Fotografie interessiert ihn nicht so sehr als technisches Medium, sondern vielmehr als ein Mittel der Wahrnehmung, als eine visuelle Transformation der Wirklichkeit. In dieser Hinsicht nutzt er die Kamera sehr wohl zur Herstellung seiner Werke. Schon um 1990 produziert Voïta Schwarzweissaufnahmen, die für Aufsehen sorgen, weil sie eine ganz eigene Realität erzeugen, ohne die üblichen Techniken der Manipulation und der Verfremdung zu verwenden. Seine dreidimensionalen Installationen im Studio ergeben, aus einer ganz bestimmten Perspektive fotografiert, zweidimensional wirkende Bilder und schaffen dabei eine Bildwirklichkeit, die paradox ist und deren Struktur nicht durchschaubar ist.

Diesem Ansatz ist Bernard Voïta bis heute treu geblieben. Hartnäckig und ausdauernd hat er sein fantastisches Spiel mit Sein und Schein immer weitergetrieben und in verschiedenen Arbeiten jeweils neue Irritationen der Wahrnehmung provoziert.

Die ab 2014 entstandene Serie Melencolia bringt banale Dinge des Alltags in eine so akkurat geordnete Unordnung, dass die Betrachter:innen Halt und Orientierung verlieren und sich aus einer scheinbar sinnerfüllten Wirklichkeit in ein Labyrinth voller Absurditäten verirren.

Jedes einzelne Bild erweist sich als eine sinnliche, kluge, humorvolle und zuweilen verstörende Illusion, die gerade deshalb so fasziniert, weil ihr Bauplan rätselhaft bleibt. Dieser Kippeffekt, durch den die Wirklichkeit plötzlich faszinierend fremd und unlesbar wird, ist bei Voïta aber mehr als eine Spielerei. Sie vermittelt auf ebenso listige wie lustvolle Art ein metaphysisches Erlebnis, bei dem die Logik und Ordnung unseres Weltbilds sich in ihr Gegenteil verkehren. Wo Sicherheit war, stellt sich Verunsicherung ein, was wahr erschien, erweist sich als Illusion.

Die Ausstellung ist ein aufwändiges, in präziser Handarbeit geschaffenes Langzeitprojekt, das intellektuell herausfordert und zugleich Schaulust weckt. Ihr Titel ist eine Anspielung auf Albrecht Dürers berühmten Kupferstich Melencolia I (1514), in dem die Welt eigenartig erstarrt und perspektivisch «verrückt» erscheint. In der aktuellen Ausstellung werden zum ersten Mal alle 15 Werke integral gezeigt – eine modellhafte Reflexion über die Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeit. Nichts ist so, wie wir es sehen.

Begleitend zur Ausstellung erarbeitet Bernard Voïta ein Künstlerbuch, in dem er die Melencolia-Serie durch eine Art visuellen Kommentar aus seinem Bilderkosmos erweitert.

Mit den Ausstellungen Bernard Voïta – Melencolia und Paare / Couples, verabschiedet sich Peter Pfrunder nach 26jähriger Amtszeit als Direktor und Kurator der Fotostiftung Schweiz.

Veranstaltungen

Einführung in die Ausstellung: Peter Pfrunder, Direktor Fotostiftung Schweiz
Sonntag, 2. Juni 2024, 11.30 Uhr

Der Streit der Blinden. Bernard Voïta im Dialog mit Peter Pfrunder. Auf Französisch.
Sonntag, 16. Juni 2024, 11.30 Uhr

Bernard Voïta – Neue Perspektiven in der Fotografie. Urs Stahel, Autor und
Ausstellungsmacher, im Dialog mit Teresa Gruber, Fotostiftung Schweiz

Publikation

Bernard Voïta – Melencolia
Herausgegeben von Peter Pfrunder
Edizioni Periferia / Fotostiftung Schweiz, 2024
https://fotostiftung.ch/de/shop/

fss

Kontakt:

https://fotostiftung.ch/de/exhibition/bernard-voita-melencolia/

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