BÜRO DLB - IDEE-REALISATION-KOMMUNIKATION
Daniel Leutenegger, Bulliard 95, CH-1792 Cordast, Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags), www.ch-cultura.ch

BÜRO DLB - IDEE-REALISATION-KOMMUNIKATION
Daniel Leutenegger
Bulliard 95
CH-1792 Cordast
Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags)
Fax +41 (0)26 684 36 45
E-Mail
www.ch-cultura.ch.ch

JANNIK GIGER, DEMIAN WOHLER, ZILLA LEUTENEGGER, ANTONIO RAMON LUQUE UND MALTE HOMFELDT ERHALTEN SEHNERV-MEDIENKUNSTPREISE 2022

JANNIK GIGER, DEMIAN WOHLER, ZILLA LEUTENEGGER, ANTONIO RAMON LUQUE UND MALTE HOMFELDT ERHALTEN SEHNERV-MEDIENKUNSTPREISE 2022

07.09.2022 Die diesjährigen Preise des Medienkunstvereins SEHNERV.org gehen an Jannik Giger und Demian Wohler in der Kategorie Videokunst, an Zilla Leutenegger in der Kategorie Projektförderung und an Antonio Ramón Luque sowie Malte Homfeldt in der Kategorie Klimawandel.


Bild: Skizze zum Motiv "Lesende mit Lampenkopf", © Zilla Leutenegger, 2022, https://www.zilla.ch/index.html 

Die Preise werden im Zweijahresrhythmus vom Medienkunstverein SEHNERV.org mit Sitz in Bern verliehen. 2022 wurden die Preise in drei Kategorien ausgeschrieben: "Videokunst", "Klimawandel" und "Projektförderung". Jede Kategorie ist mit einem Preisgeld von 5'000 CHF dotiert.

Die Jurierung der eingegangenen Bewerbungen erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Im Fokus der Beurteilung standen die künstlerische Eigenständigkeit, die gesellschaftliche Relevanz sowie der unkonventionelle und innovative Umgang mit digitalen Medien. Die achtköpfige Jury setzte sich wie folgt zusammen:

Carola Ertle, Ruth Gilgen, Günther Ketterer, Frantiček Klossner, Géraldine Krebs, Cinzia Marti, Michael Sutter, Claudia Waldner. 

Gewinner in der Kategorie VIDEOKUNST

Mit grosser Mehrheit hat die Jury das Werk "Blind Audition" von Jannik Giger (*1985) und Demian Wohler (*1984) ausgewählt. In der Begründung der Jury wird hervorgehoben: "Mit ihrem Werk bewegen sich Jannik Giger und Demian Wohler virtuos transdisziplinär zwischen den darstellenden Künsten und der bildenden Kunst und eröffnen durch diese Verbindung mehrere narrative Ebenen, die von grosser künstlerischer Eigenständigkeit zeugen. Die Lust auf Kunst und auf das, was Kunst mit unserem Leben anzustellen vermag, wird fühlbar. Ein Wirbel aus Gefühlswelten zieht uns in den Bann. Als Protagonistin steht die bekannte Performancekünstlerin und Musikerin Noëlle-Anne Darbellay im Zentrum des Werks. Zwischen der charismatischen Darstellerin und der Kamera (Rebecca Meining) entwickelt sich ein schonungsloser Performance-Dialog, reich an Risikobereitschaft in grenzenloser künstlerischer Freiheit. Körperlichkeit, Stimme und Gesang vereinen sich in einer faszinierenden Choreografie von magischen Kamerafahrten, ideenreichen Perspektiven und dramaturgisch exzellentem Schnitt. Das transdisziplinäre Werk überzeugt die Jury durch das hohe Niveau in sämtlichen darin enthaltenen künstlerischen Disziplinen."

Gewinnerin in der Kategorie PROJEKTFÖRDERUNG

Aufgrund der Aktualität sowie der hohen künstlerische Qualität, hat sich die Jury einstimmig dazu entscheiden, das Projekt "Geschichte eines ungewöhnlichen Besuchs" von Zilla Leutenegger (*1968) mit dem SEHNERV-Medienkunstpreis 2022 auszuzeichnen und zu fördern. Die multimediale Installation ist noch bis am 30. Oktober 2022 im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen im Rahmen der Ausstellungsreihe "Doppio" zu sehen. Die Künstlerin ist bekannt für ihre poetischen Werke, in denen sie verschiedene künstlerische Medien, Materialien und Erzählebenen verbindet. "Die Geschichte eines ungewöhnlichen Besuchs" handelt von einer Erzählung, die sich im Raum materialisiert und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sprengt. Eine lesende Figur in einer Bibliothek wird von einem Mond besucht. Der Mond wird von einem Helikopter hergebracht. Die lesende Person erzählt dem ungewöhnlichen Besucher eine Geschichte in einer ungewöhnlichen Sprache, die sich aus sieben unterschiedlichen Sprachen zusammensetzt. Aus diesem Mix entsteht letztlich eine neue erfundene Sprache, die universell erscheint aber unverständlich bleibt. Das Nicht-Verstehen der Worte verweist wie eine "Babylonische Sprachverwirrung" auf das Fremde und auf die sprachlichen Hürden, denen wir in aktuellen Zeiten von Flucht- und Migrationsbewegungen, teilweise ohnmächtig, gegenüberstehen. Die Jury der SEHNERV-Medienkunstpreise freut sich, "mit der Auszeichnung massgeblich zur Finanzierung und Realisierung des Werks in der Ausstellung im Museum zu Allerheiligen beitragen zu können", wie sie schreibt.

Gewinner in der Kategorie KLIMAWANDEL

Die Jury hat einstimmig beschlossen, das Projekt "Könnt ihr uns hören?" von Antonio Ramón Luque (*1993) und Malte Homfeldt (*1987) mit dem SEHNERV-Medienkunstpreis 2022 in der Kategorie Klimawandel auszuzeichnen. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Science-Fiction Performance, die als Live-Stream aus einem Bunker übertragen wird. Die beiden Schauspieler nutzen die Isolation im Bunker als kreative Chance. In ihrem Projekt treffen alle Facetten der Medienkunst aufeinander. Als Autoren verfassen sie Texte, als Schauspieler kennen sie die virtuosen Freiheiten der verbalen und stimmlichen Interpretation, als Performer vertrauen sie auf die Ausdrucksmöglichkeiten von Körper und Klang, virtuellem und realem Raum. Das Vorhaben der beiden Künstler beinhaltet viel Risikobereitschaft. Es könnte ins Chaos führen, aber vielleicht ist das Chaos auch ein Quell von Inspiration, im Sinn der "Unvorhersagbarkeit von Prozessen" oder der altgriechischen Deutung als "Weiter leerer Raum". Der Weg bleibt offen und das Ende erst recht. Diese Ungewissheit beschreibt auch die globale politische Situation hinsichtlich des Klimawandels. Das Projekt von Antonio Ramón Luque und Malte Homfeldt besticht durch viel Mut, sich auf einen offenen Prozess einzulassen und neue künstlerische Schritte zu wagen. Die Jury hat sich aufgrund der thematischen Relevanz und der Originalität des Vorhabens dazu entschieden, die Umsetzung des Projekts mit der Verleihung des SEHNERV-Medienkunstpreises zu ermöglichen.

Verein zur Förderung von Medienkunst SEHNERV.org

Der Verein wurde 2017 in Bern gegründet und bezweckt die Förderung von kulturellen Projekten im Bereich der Video- und Medienkunst. Die Teilhabe am künstlerischen Schaffensprozess sowie die Vermittlung und Sichtbarmachung von innovativen zeitgenössischen Kunstformen bilden die verbindende Basis des Vereins. Im Zweijahresrhythmus verleiht der Verein die SEHNERV-Medienkunstpreise an Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in der Schweiz. Der Verein engagiert sich auch im Rahmen von Bildungsprojekten, die den reflektierten Umgang mit digitalen Medien stärken. Der Verein ist gemeinnützig tätig und verfolgt keine kommerziellen Zwecke. Durch sein breites Netzwerk ist der Verein sowohl schweizweit wie auch international in der Vermittlung von Medienkunst tätig.

Öffentliche Preisverleihung

KINO REX BERN

Samstag, 10. September 2022

Programmbeginn: 18.30 Uhr

Eintritt frei / Platzreservation erforderlich

Kontakt:

https://www.sehnerv.org/medienkunstpreise2022/

#SEHNERV #SEHNERVorg #MedienkunstpreisSehnerv #JannikGiger #DemianWohler #ZillaLeutenegger #AntonioRamónLuque #MalteHomfeldt #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Zurück zur Übersicht