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Ab sofort ist die Datenbank Bild + Ton des Schweizerischen Sozialarchivs online

Ab sofort ist die Datenbank Bild + Ton des Schweizerischen Sozialarchivs online

22.08.2009 Der Zugriff auf über 20'000 Fotos, Drucke und Objekte ist rund um die Uhr möglich. Damit erfüllen sich die eigenen und die oft von Benutzenden geäusserten Wünsche nach einer umfassenden Recherchemöglichkeit im Bildbereich. Die multimediale Datenbank wird im Verlauf der nächsten Monate auch den Zugriff auf bereits digitalisierte Filme, Videos und Tonarchivalien erlauben.


Ein kurzer Blick zurück

Vor über zwanzig Jahren legte Karl Lang, Archivar des Sozialarchivs, den Grundstein zur heutigen Archivabteilung Bild + Ton. Der wachsenden Nachfrage nach Bildern begegnete er, indem er Fotos nach thematischen Kriterien ordnete, in Schachteln ablegte und auf Nachfrage den Recherchierenden vorlegte. Schnell wuchs diese Sammlung auf mehrere hundert Fotos; die umfangreichen Archivablieferungen der 1990er Jahre enthielten vermehrt auch bildhaftes Material. Die Vielfältigkeit der Medien – längst waren auch Videos, Filmrollen und Tonbänder in den Beständen enthalten – und die zunehmende Nachfrage riefen nach neuen Strategien für die Aufbewahrung und Erschliessung des audiovisuellen Materials. Eine erste Datenbank, die kurz nach der Jahrhundertwende angeschafft worden war, tat ihren Dienst erstaunlich lange sechs Jahre. Sie musste aber infolge technischer Unzulänglichkeiten und fehlender Weiterentwicklung 2008 durch ein neues Produkt ersetzt werden.

Was findet man in der neuen Datenbank?

Der Aufbau der neuen Datenbank orientiert sich wie die Abteilung Archiv im Allgemeinen am Provenienzprinzip. Das heisst, dass die Bilder aus den einzelnen Archivablieferungen von Körperschaften oder Personen bestandes- und signaturmässig eine Einheit bilden. Aus medientechnischen und konservatorischen Gründen werden sie nach Objektträger und Grösse separiert; so entstehen die Kategorien Fotografien, Drucke und Objekte. Die bewerteten Bilder gelangen nach dem Digitalisieren in die Datenbank, wo sie detailliert erschlossen werden. Zum Einsatz kommen Freitexteinträge und ein Thesaurus zur thematischen Erfassung. Personen-, Geografie- und zeitliche Periodenwertelisten ermöglichen eine effiziente und möglichst fehlerfreie Erschliessung.

Eine einfache Suche macht es einerseits möglich, die Bilder über ein google-ähnliches Suchfeld zu recherchieren. Andererseits kann man mit der erweiterten Suche verschiedene Suchstrategien mannigfaltig kombinieren. Es ist zum Beispiel möglich, sich nur die Bilder eines bestimmten Bestandes anzeigen zu lassen oder nur nach bestimmten Objektträgern (Postkarten, Ansteckobjekten, Plakaten etc.) zu suchen.

Thematisch decken die momentan über 20'000 Einträge das gesamte Sammelgebiet des Sozialarchivs ab. Besonders prominent vertreten ist die Arbeiterbewegung, das vor allem dank der grossen und qualitativ herausragenden Ablieferungen der Unia-Vorgängergewerkschaften (VHTL, GBI, SMUV), des kantonalzürcherischen Gewerkschaftsbundes und des Lebensmittelvereins Zürich).

Ebenfalls stark vertreten sind die frühen Jugendbewegungen wie der Schweizerische Wandervogel und die Sozialistische Arbeiterjugend. Die grosse Sammlung an objekthaften Dingen wie Pins, Abziehbilder oder Bändel gibt einen Eindruck von der Vielfalt der sozialen Bewegungen der letzten Jahrzehnte und ihren politischen Propagandamethoden. Fotografien dieser neueren sozialen Bewegungen sind hingegen noch eher dünn gesät. Das hat damit zu tun, dass sich aktuelle Entwicklungen naturgemäss zeitlich verzögert in den Archiven abbilden, aber auch damit, dass sich viele der Protagonisten dieser Bewegungen noch nicht von den dokumentarischen Zeugnissen ihres Tuns trennen möchten.

Wie bestellen?

Bei der online-Recherche erleichtert ein Warenkorb das Bestellen der gewünschten Bilder. Die Scans werden je nach Verwendungszweck auf CD gebrannt oder via E-Mail zugestellt.

Was bringt die Zukunft?

Das Sozialarchiv strebt nach einer attraktiven, möglichst breiten Palette von audiovisuellen Medien, die online zur Verfügung stehen. Mit den Fotos, Drucken und Objekten ist ein erster Schritt in diese Richtung gemacht. Momentan laufen viel versprechende Tests, wie auch Filme, Videos und Tonaufnahmen in niedriger Auflösung ins Internet gestellt werden können. Das Material, das auf diesen Medien vorhanden ist, ist reichhaltig und eröffnet auch für die Forschung neue Perspektiven.

Stefan Länzlinger, Bildarchivar

Kontakt:

http://www.sozialarchiv.ch/Aktuell/sai092BuT.html

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