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1. Dezember 2011

«Nicht die Kulturbranche, sondern die Bundesbehörden hinken hinterher»

Stellungnahme von Suisseculture zur gestrigen Antwort des Bundesrates auf das Postulat von Géraldine Savary «Urheberrechtsverletzungen im Internet»:

Im Wortlaut:

« 

Die Befürchtungen, die Verschiebungen vom Kauf von CDs, DVDs und Büchern zum Gratis-Bezug in Tauschbörsen könnte sich nachteilig auf das nationale Kulturschaffen auswirken, sei unbegründet. Nur die ausländische Unterhaltungsbranche leide darunter.  So der Bundesrat in der Antwort auf ein Postulat von Géraldine Savary ‚Urheberrechtsverletzungen im Internet‘. 

Angesichts der Tatsache, dass der Download zu einem Drittel aus illegalen Quellen stammt, ist diese Aussage befremdend. Der Bundesrat übersieht, dass auch die Künstlerinnen und Künstler bei jedem dieser Downloads ihren Anteil an den Einnahmen aus dem Direktverkauf und dabei einen wesentlichen Bestandteil ihrer Einkünfte verlieren. 

Die Lebensgrundlage der allermeisten professionellen Künstlerinnen und Künstler setzt sich zusammen aus Urheber- und Interpretenrechten, Einnahmen aus  Live-Auftritten und Direktverkäufen sowie aus Beiträgen der öffentlichen Hand und von Stiftungen. Fällt eine dieser Einnahmen weg, ist das nationale Kulturschaffen gefährdet.

Nicht die Kriminalisierung von Internet-Usern ist die Antwort, sondern das griffige und schnelle Reagieren auf neue Datenträger sowie  gerechte und effiziente  Regelungen von Entschädigungen an die Urheberinnen und Interpreten bei neuen Verbreitungsformen. Zudem sind gemeinsam mit den betroffenen Kreisen die Haftbarkeit der Provider und die Vergütungen auf Internetanschlüssen zu prüfen. 

Es ist nicht vor allem die Kulturbranche, sondern die Bundesverwaltung, die den Neuerungen hinterher hinkt.

»

Der Suisseculture gehören folgende Verbände und Organisationen an: 

ACT – Berufsverband der freien Theaterschaffenden; Action Swiss Music; AdS – Autorinnen und Autoren der Schweiz; ARF/FDS – Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz; ASTEJ – Verband theater für junges publikum; dansesuisse – Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden; impressum – Die Schweizer Journalistinnen; ktv – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz; ProLitteris; ProLitteris – Fürsorge-Stiftung; SBf – Schweizer Berufsfotografen; SBKV, Schweizerischer Bühnenkünstlerverband; SGBK, Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen; SIG – Schweizerische Interpreten-Gesellschaft; SMS – Schweizer Musik Syndikat; SMV – Schweizerischer Musikerverband; SSA – Société Suisse des Auteurs; SSM – Schweizer Syndikat Medienschaffender; ssfv – schweizer syndikat film und video; ssrs – syndicat suisse romand du ectacle; syndicom – Gewerkschaft Medien und Kommunikation;STV – Schweiz. Tonkünstlerverein; SUISA; SUISA – Stiftung für Musik; SUISSIMAGE; vfg – Vereinigung fotografischer GestalterInnen; VISARTE – Berufsverband visuelle Kunst Schweiz.

Kontakt:

Ruth Schweikert, Präsidentin Suisseculture, 079 414 06 09, ruth.schweikert@gmx.net

Hans Läubli, Geschäftsleiter Suisseculture, 043 322 07 30, info@suissecultre.ch

www.suisseculture.ch

—

Auf dieser Webseite bereits erschienen:

https://www.ch-cultura.ch/multimedia-und-internet/der-bundesrat-zu-urheberrechtsverletzungen-im-internet-der-bestehende-rechtliche-rahmen-genuegt

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Dezember 2011
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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