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DAS SCHWEIZER CABARET-CHANSON-MUNDARTROCK-MIMEN-ARCHIV DES THUNER INITIANTEN UND BETREUERS HANSUELI VON ALLMEN LEBT IN BERN UND LUGANO WEITER

DAS SCHWEIZER CABARET-CHANSON-MUNDARTROCK-MIMEN-ARCHIV DES THUNER INITIANTEN UND BETREUERS HANSUELI VON ALLMEN LEBT IN BERN UND LUGANO WEITER

09.05.2024 Das Schweizer Cabaret-Chanson-Mundartrock-Mimen-Archiv zieht von Thun nach Bern, - aus dem Haus seines Gründers Hansueli von Allmen (Bild) zur Stiftung Schweizer Archiv der Darstellenden Künste (SAPA) am Berner Bahnhof. Als Archiv und Kompetenzzentrum sorgt SAPA mit seinen drei Standorten Bern, Lausanne und Zürich für den Erhalt des Schweizer Kulturerbes der darstellenden Künste. Die Bücher und Tonträger gehen an die Schweizerische Nationalphonothek in Lugano.


Bild: Hansueli von Allmen in seinem Archiv in Thun - Foto: © https://www.generationentandem.ch/online/gesellschaft/stadt-der-falten/ (Ausschnitt)

Die Stiftung SAPA beherbergt international wichtige Archivschätze und führt ein kuratiertes Online-Nachschlagewerk zu den Schweizer Bühnenproduktionen mit aktuell über 115'000 Einträgen.

Seit über fünfzig Jahren dokumentiert das Cabaret-Archiv das reichhaltige und vielseitige Geschehen auf den Schweizer Kleinkunstbühnen. Hansueli von Allmen hat es seit 1972 gehegt und gepflegt und der Schweizer Kleinkunst so einen unermesslichen Fundus an Erinnerungen geschenkt: Was immer in dieser Szene geschah, was in den ungezählten Kellertheatern und Kirchgemeindehäusern, in Kneipensälen und auf Kulturpodien zu sehen, zu hören, zu bestaunen, zu kritisieren und zu diskutieren war – in Von Allmens Archiv in Thun lebte es wieder auf und strahlte weit über die Alltagsaktualitäten hinaus in die kollektive Erinnerung.

Es ist eine Flut von Kostbarkeiten, die nun die halbstündige Fahrt die Aare hinunter von Thun nach Bern angetreten hat: Medienkritiken, Plakate, Programmhefte, Flyer, Texte in verschiedenen Entstehungsstufen, Requisiten, Fotografien und vieles mehr. Die Schätze des Cabaret-Archivs ergänzen die Bestände der Stiftung SAPA aufs Schönste: Das Archiv der "grossen" Bühnenkünste darf sich auf den Zustrom aus dem Fundus der "kleinen" Geschwister freuen.

Denn auch die sogenannte Kleinkunst ist gross: Ihr Publikum ist viel zahlreicher als jenes der Stadttheater, Schauspiel- und Opernhäuser.

Von Allmens Schatzkammern in seinem Einfamilienhaus im Thuner Stadtteil Gwatt am See sehen auf den ersten Blick vielleicht nicht sehr spektakulär aus, aber sie haben es in sich: Die legendären 750 grünen Archivschachteln bergen die Geschichte der Schweizer Kleinkunst in allen vier Landessprachen.

Neben den erwähnten Dokumenten finden sich auch mehr als 2'000 Bücher und Publikationen zum Thema, rund 5'000 Tonträger von Single- und Langspielplatten über Tonbandkassetten bis zu den heute ebenfalls schon "veralteten" CDs. Dazu kommen 800 Videos und DVDs.

Die Bücher und Tonträger gehen zum gleichen Zeitpunkt an die Schweizerische Nationalphonothek in Lugano. Diese gehört zur Schweizerischen Nationalbibliothek (NB), die wiederum eine Institution des Bundesamts für Kultur (BAK) ist. Die Nationalphonothek sammelt, erhält und vermittelt das klingende Kulturgut der Schweiz und trägt damit zur kulturellen Vielfalt und Identität des Landes bei.

Ganz besonders am Herzen liegen Hansueli von Allmen die 4 Fundsachen aus der Geschichte des Cabarets Cornichon während des Zweiten Weltkriegs. Elsie Attenhofer, nach dem Krieg die Grande Dame der Cornichon-Erinnerungen und Bewahrerin von dessen Erbe, und andere AkteurInnen der damaligen Zeit liessen sich von Hansueli von Allmen überzeugen, ihre Schätze bei ihm und nicht in einem Zürcher Archiv auf die Nachwelt warten zu lassen. Elsie Attenhofer und ihre KollegInnen schickten die Cornichon-Preziosen aus dem Zweiten Weltkrieg quasi nachträglich ins Réduit.

Hansueli von Allmen hat für seine nie erlahmende Sammelfreude wohlverdiente Ehrungen erfahren. Seit 1996 ist er Ehrendoktor "humoris causa" der Universität Fribourg-Freiburg: Der Humor kann ja der Wissenschaft nicht schaden. 1997 erhielt er zudem einen Spezialpreis der Oltner Kabarett-Tage. Und seit 2010 ist er Ehrenmitglied der wichtigsten Vereinigung der Schweizer Kleinkunst, die einst als Schweizerische Kleintheatervereinigung ktv gegründet wurde und heute t.Theaterschaffen Schweiz heisst.

Dass Hansueli von Allmen auch Thuner Ehrenbürger ist, dürfte eher den zwanzig Jahren als Stadtpräsident von Thun als seinem Sinn für Humorkultur geschuldet sein. Aber er hat für seine Stadt auch "kleinkulturell" einiges geleistet: Dass die Schweizer Künstlerbörse seit 1993 nicht mehr an wechselnden Orten, sondern immer in Thun stattfindet, hat wesentlich mit seinem Einfluss und seinem politischen Talent zu tun.

Seither gilt die Stadt am Eingang zum Berner Oberland als Kleinkunst-Hauptstadt der Schweiz. Über seine erfolgreiche Standortpolitik sagte Von Allmen einst verschmitzt zum "Bieler Tagblatt": "Kabarett ist ja vielfach fast das Gleiche wie Politik"

Die Kleinkunstschätze, die Hansueli von Allmen während eines halben Jahrhunderts zusammengetragen hat, werden in Zukunft also in Bern und Lugano zugänglich sein.

mh

Mehr / Kontakt:

https://sapa.swiss/schweizer_cabaret_archiv/

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