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Für einen starken Medienplatz Bern

27.05.2009 Auf dem Medienplatz Bern stehen bei "Der Bund" und "Berner Zeitung BZ" unmittelbar Entlassungen bevor. Der Vorstand des Berufsverbands impressum Bern hat dazu eine Resolution verabschiedet.


Die Resolution im Wortlaut:

Das Berner Medienhaus Espace steht unmittelbar vor einem schwerwiegenden Personalabbau. Beim „Bund“ werden 19 Vollzeitstellen gestrichen, bei der „Berner Zeitung“ ist die genaue Zahl noch nicht bekannt, doch geht es um mehrere Stellen. Ob der Abbau in diesem Ausmass aus wirtschaftlichen Gründen tatsächlich notwendig ist, kann von aussen nicht nachvollzogen werden, da die Geschäftsleitung den dafür vorgesehenen Organen den Einblick in die Geschäftszahlen nicht gewährt. Dies erschwert einen konstruktiven Dialog, wie er in einem solchen Fall dringend nötig wäre.

Der Berufsverband impressum Bern (BVJ/ABJ) begrüsst zwar die Tatsache, dass die Eigentümerin Tamedia den traditionsreichen Titel „Der Bund“ in Kooperation mit dem Zürcher „Tages-Anzeiger“ weiterhin herausgeben wird. Der Abbau von etwa einem Drittel der „Bund“-Redaktionsstellen lässt Zweifel aufkommen, ob ein qualitativ hochstehendes Blatt auf diese Weise produziert werden kann.

Bei der „Berner Zeitung“ geht es offiziell um den Abbau von wenigen Arbeitsplätzen, doch wird befürchtet, dass weit mehr Stellen gestrichen werden. Im Raum steht eine weitgehende Regionalisierung des Blatts, was mit einem Abbau im bereits jetzt ausgedünnten Mantel (Inland, Ausland, Wirtschaft, Kultur) einhergehen dürfte. Die „BZ“ hat seit Jahren immer wieder Sparrunden über sich ergehen lassen müssen. Dies führte dazu, dass sie im schweizerischen Quervergleich die Bedeutung weitgehend einbüsste, die ihr als grosse, auflagestarke Zeitung eigentlich zukäme.

Die Berner Sektion des Berufsverbandes impressum setzt sich ein für einen starken Medienplatz Bern. Im Bereich der Printmedien bedeutet dies, dass „Berner Zeitung“ und „Bund“ im publizistischen Wettbewerb stehen, für Meinungsvielfalt sorgen und sich gegenseitig zu guten Leistungen anspornen. Das ist aber nur möglich, wenn beide Blätter über ausreichende Ressourcen verfügen. Qualität ist nicht gratis. Mit einer ausgepowerten, ständig am Limit laufenden Belegschaft ist guter Journalismus auf die Dauer nicht gewährleistet – und ausgedünnte Zeitungen gibt es bereits mehr als genug.

Die Tamedia – sie hat soeben auch dem „Tages-Anzeiger“ einen massiven Stellenabbau verordnet – wird aufgefordert, den Medienplatz Bern nicht nur aus einem buchhalterischen Blickwinkel zu sehen, sondern sich als Verlegerin mit publizistischem Interesse, mit Kreativität und Verantwortungsbewusstsein zu beweisen.

Der Berufsverband impressum setzt sich zudem gemeinsam mit Comedia für einen gut dotierten Sozialplan ein. Tamedia, die im Jahr 2008 über 100 Millionen Franken Reingewinn erzielt hat, wird aufgerufen, bei den Entlassenen den schmerzhaften Abgang mit fairen finanziellen Leistungen, Beratungs- und Weiterbildungsangeboten abzufedern.

Kontakt:

Roland Jeanneret, Vizepräsident impressum Bern, Tel. 079 348 88 88
Internet: http://www.impressum-bern.ch 

 

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