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Der Zürcher Soziologieprofessor und Medienwissenschafter Kurt Imhof ist gestorben

Der Zürcher Soziologieprofessor und Medienwissenschafter Kurt Imhof ist gestorben

01.03.2015 Der am 17. Januar 1956 geborene Zürcher Soziologieprofessor und Medienbeobachter Prof. Dr. Kurt Imhof (Bild) ist am 1. März 2015 59jährig in Zürich gestorben.


Foto: http://www.suz.uzh.ch/imhof.html

"Mit Kurt Imhof verliert die Soziologie und Medienwissenschaft eine engagierte Persönlichkeit, die neugierig das gesellschaftliche Geschehen ergründete und offen kommunizierte, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen", sagte sein Basler Kollege Ueli Mäder auf Anfrage.

http://www.persoenlich.com/news/medien/universitaet-zuerich-kurt-imhof-ist-tot-323312#.VPNN9mY_KHk

Seit 2000 war er Professor für Soziologie und Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich und Leiter des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög).

Kurt Imhof hat seine eidgenössische Matura 1981 auf dem zweiten Bildungsweg gemacht. Von 1981 bis 1986 studierte er Geschichte, Soziologie und Philosophie an der Universität Zürich. Seine Dissertation Diskontinuität der Moderne und Promotion im Fach Geschichte schloss er im Februar 1989 ab. Seine Habilitation aus dem Jahr 1995 im Fach Soziologie trägt den Titel Medienereignisse als Indikatoren sozialen Wandels.

Seine Forschungsschwerpunkte waren Öffentlichkeits- und Mediensoziologie, Gesellschaftstheorie, die Soziologie sozialen Wandels und Minderheiten- und Religionssoziologie.

Imhof zählte zu den ebenso profilierten wie streitbaren Vertretern seiner Zunft und war in den Schweizer Medien sehr präsent.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Imhof

Mehr:

http://www.suz.uzh.ch/imhof.html

http://www.suz.uzh.ch/imhof/Lebenslauf.html

http://www.foeg.uzh.ch/index.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Imhof

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/gegen-journalistischen-firlefanz-1.17725621

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Nachträge vom 3.3.2015:

Der Teufel im System

Kurt Imhof fuhr Motorrad, rauchte, war einer der wenigen echten Intellektuellen unter den Professoren und legte sich mit der gesamten Medienbranche an.

Constantin Seibt

http://www.derbund.ch/kultur/diverses/Der-Teufel-im-System/story/18491290

Die Schweizer Medien schätzten und fürchteten Kurt Imhof

Die Schweizer Medien schätzten und fürchteten Kurt Imhof: Sie schätzten ihn, weil er "sich praktisch zu jedem Thema qualifiziert äußern konnte", wie es der Medienjournalist Nick Lüthi gegenüber dem SRF ausdrückte. Pointiert analysierte der Soziologe gesellschaftliche Entwicklungen, vom Kofasaufen bis zur Arbeitsmoral, gerne auch in TV-Talkrunden.

Das zentrale Thema, über das der Universitätsprofessor forschte, waren allerdings die Medien selbst; 1994 habilitierte Kurt Imhof über "Medienereignisse als Indikatoren sozialen Wandels". Seit 2010 stellte er die Schweizer Publizistik öffentlichkeitswirksam in die Kritik: Das (...) Jahrbuch "Qualität der Medien" setzt sich scharf mit Entwicklungen von Presse und Rundfunk auseinander.

feb

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kurt-imhof-tot-tod-des-medienwissenschaftlers-in-zuerich-a-1021274.html

So scharfsinnig wie scharfzüngig

Kurt Imhof bediente sich der Mechanismen, die er so stark kritisierte, er spitzte zu, skandalisierte, prangerte an. Der Aufschrei der Medienschar war nach seiner erstmaligen Präsentation des Jahrbuchs "Qualität der Medien" 2010 so laut, wie er es mit Sicherheit prognostiziert gehabt hatte, auch bei seinem fünften - und letzten - Auftritt im vergangenen Oktober ärgerten sich Chefredaktoren und Verleger im ganzen Land. Der Mahner kam ungelegen, weil Medien lieber mit dem Finger auf andere zeigen als auf sich selbst.

Dennis Bühler

http://www.suedostschweiz.ch/node/3217069&redirect=0

Die Branche trauert um Kurt Imhof

Otfried Jarren, Peter Studer oder etwa Karin Frei sprechen von einem grossen Verlust.

http://www.persoenlich.com/news/medien/todesfall-die-branche-trauert-um-kurt-imhof-323343 

Er wird uns fehlen

Ich bin sehr traurig.

Martin Hitz

Hier einige seiner Wortmeldungen auf dem "Medienspiegel".

Und:

Der Teufel im System (Constantin Seibt, "Tages-Anzeiger")

So scharfsinnig wie scharfzüngig (Dennis Bühler, "Südostschweiz")

Der beste Freund und treuste Fan, den man sich wünschen kann (Maurice Thiriet, "Watson")

Mit Lust an der Provokation und unbändiger Neugierde (Daniel Foppa, "Tages-Anzeiger")

Ein "Popstar der Branche" (Matthias Ackeret, "persoenlich.com")

Enthusiastischer Forscher, scharfer Diagnostiker (Rainer Stadler, "NZZ")

"Ein grosser Verlust, aller Kritik zum Trotz" (Christian Lüscher, "Tages-Anzeiger")

Quelle:

http://www.medienspiegel.ch/archives/007765.html

Glücksfall für die Schweizer Medien

Kurt Imhof war ein Glücksfall für die Schweizer Medien  -  auch wenn
viele Journalistinnen und Chefredaktoren dies nicht wahrhaben wollten.
Mit seiner schonungslosen und wissenschaftlich fundierten Kritik der
Leistungen von Zeitungen, Online-Medien, Radio und TV hielt er den
Medien einen Spiegel vor, in den sie nicht gerne schauen wollten.

-> Dossier im "Medienmonitor"

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Nachträge vom 5.3.2015:

Nach aussen wirkte Kurt Imhof wie ein Rockstar, meist im karierten Hemd und mit einfarbiger Jacke, wo andere in Anzug und Krawatte auftraten. Er war gefragt als Experte im Fernsehen, er wurde eifrig zitiert, er schaltete sich in viele Debatten ein, auch über Social Media. Er war der bekannteste Sozialwissenschaftler der Schweiz. Nach innen wirkte er wie ein moderner Condottiere. Es gelang ihm, eine verschworene Gemeinschaft von ihm treu ergebenen ForscherInnen um sich zu scharen.

Roger Blum

https://www.woz.ch/-5aad

Wenn einer unabhängig war, dann Kurt Imhof. Allerdings wusste er, dass man als Erdenbürger nicht wirklich unabhängig sein kann, sondern die Welt immer nur durch die eigene Brille sieht. Die Wahrheit zeigt sich - wenn überhaupt - erst im Gespräch. Das überhandnehmende Freund-Feind-Denken in Politik und Medien sei antiliberal und verunmögliche Vernunft ebenso wie Konsens und Konkordanz.

Hanspeter Spörri

http://www.medienspiegel.ch/archives/007782.html#more-7782

Imhof war tatsächlich ein Mann mit einem soliden sarkastischen Humor, und ich bin mir ziemlich sicher, er hätte es nicht als pietätlos empfunden, auch an dieser Stelle den klaren Befund zu der überraschend intensiven Trauerarbeit der Schweizer Medien ungeschminkt auszusprechen: Nur ein toter Mediensoziologe ist ein guter Mediensoziologe. So scheint der implizite Branchenkonsens zu lauten. In einem gar nicht so verborgenen Seelenwinkel mögen die Kollegen immer gewusst haben, dass dem unbequemen Kritiker vielleicht nicht in allen Detailfragen recht zu geben ist, dass er aber früh und treffsicher den Finger auf die wunden Punkte legte.

Daniel Binswanger

http://blog.dasmagazin.ch/2015/03/03/trauer-um-kurt-imhof/?goslide=0

 

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