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Berufsverband impressum: "Verleger sagen Nein zur Sozialpartnerschaft"

Berufsverband impressum: "Verleger sagen Nein zur Sozialpartnerschaft"

13.09.2013 impressum, der Berufsverband der Schweizer JournalistInnen, schreibt: "Die Verleger haben einen mit impressum ausgehandelten Vertrag über neue Mindestarbeitsbedingungen abgelehnt. Die Journalistenorganisation impressum ist brüskiert, denn sie ist den Verlegern weit entgegen gekommen. "


Foto: http://www.syndicom.ch/

impressum weiter im Wortlaut:

Da eine sozialpartnerschaftliche Lösung nun in weite Ferne rückt, wird impressum mit allen Mitteln gegen die weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kämpfen. impressum empfiehlt auch den Tripartiten Kommissionen von Bund und Kantonen, regulierend einzugreifen, um das grassierende Dumping bei Lohn- und Arbeitsbedingungen zu stoppen.

Der Verlegerverband Schweizer Medien will keine Vereinbarung über die Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalisten in der Deutschschweiz und im Tessin.

An ihrem Jahreskongress in Interlaken haben die Verleger am 12. September 2013 mit grosser Mehrheit einen Vertragsentwurf abgelehnt, der Mindeststandards verbindlich machen sollte. Damit brüskieren die Verleger nicht nur die Jornalistenorganisation impressum, sondern ebenso ihren eigenen Geschäftsführer, der diesen Vertragsentwurf mit impressum ausgehandelt hat.

Die gemeinsame Arbeit von anderthalb Jahren ist zunichte gemacht. Auf der Suche nach einem Kompromiss ist impressum den Verlegern weit entgegen gekommen und hat akzeptiert, dass keine Mindestlöhne in diesen Vertrag aufgenommen werden, sondern dass nach Abschluss des Vertrags über eine Lösung im Bereich der Löhne verhandelt wird. Doch selbst diesen bescheidenen Neubeginn - nach einem Jahrzehnt seit der Kündigung des letzten Gesamtarbeitsvertrags - haben die Verleger abgeschmettert. Sie wollen keine Sozialpartnerschaft mit ihrem journalistischen Personal, für das sie sichtbar wenig Wertschätzung beweisen.

Für den Berufsverband impressum, die grösste Schweizer Journalistenorganisation, ist dieser Entscheid ein Warnsignal. Offenbar planen die Verleger, die  Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalistinnen weiter zu verschlechtern und die Löhne zu drücken. Dagegen wird sich impressum - zusammen mit den anderen Branchenorganisationen - mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren.

impressum hat die Tripartite Kommission des Bundes bereits mit zahlreichen Beispielen dokumentiert, in denen die branchenüblichen Mindestbestimmungen für Arbeitszeit, Lohn und Honorar krass unterschritten werden. Nach dem Nein der Verleger zum Vertragsentwurf empfiehlt impressum den Tripartiten Kommissionen von Bund und Kantonen, regulierend einzugreifen. Seriöse Arbeitskontrollen der verantwortlichen Behörden werden die zum Teil skandalösen Verhältnisse aufdecken.

Eine sozialparterschaftliche Lösung ist nun in weite Ferne gerückt. Doch davon lässt sich impressum nicht entmutigen, die Rechte der Journalistinnen und Journalisten weiterhin mit Kraft und Ausdauer zu verteidigen.  

Seit der Kündigung des GAV 2003 ist die einzige verbindliche untere Limite der Arbeitsbedingungen das Gesetz. Der nun abgelehnte Vorschlag definierte die minimalen Arbeitsbedingungen in diversen Bereichen besser. Im Gegensatz zu den Empfehlungen von Schweizer Medien ("Mindeststandards") wäre er für JournalistInnen juristisch durchsetzbar gewesen. Er enthielt etwa Verbesserungen der Kündigungsfristen, freie Tage zur Kompensation von regelmässiger Nacht- und Sonntagsarbeit, bessere Mindestregelungen für die Lohnfortzahlung bei Mutterschaft und Krankheit, mindestens fünf Wochen Ferien für alle, einen Kündigungsschutz für gewählte Personalvertreter während Sozialplanverhandlungen sowie weitere Verbesserungen.

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Quelle / Kontakt:

http://www.impressum.ch/web/impressum-de/service/Presse/Nein-zur-Sozialpartnerschaft.html

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syndicom,  Gewerkschaft Medien und Kommunikation: "Zeitungsverleger lehnen Branchenvereinbarung mit Medienschaffenden ab: syndicom fordert einen echten GAV für die ganze Schweiz"

syndicom schreibt:

Der Verband Schweizer Medienverleger hat an seiner heutigen Mitgliederversammlung eine 'Branchenvereinbarung über Mindestbedingungen von Medienschaffenden für die Deutschschweiz und das Tessin' abgelehnt. Die Gewerkschaft syndicom als grösste Mediengewerkschaft der Schweiz bezeichnet diesen Entscheid als ungeheuerlich. Die Vereinbarung war allerdings auch ohne Rücksprache mit syndicom erarbeitet worden und darin waren nicht einmal Mindestlöhne festgelegt.

Während fast neunzig Jahren, von 1918 bis 2004, hatten die Deutschschweizer Journalisten und Journalistinnen einen Kollektivvertrag, der ihre Arbeitsbedingungen und Löhne definierte. Auch die Verhältnisse der Freischaffenden waren in dem Abkommen geregelt, das alle paar Jahre erneuert und verbessert wurde.

2003 hat der Verband der Zeitungsverleger das Abkommen gekündigt und erklärt, es werde keinen neuen Vertrag mehr geben: Für die Festangestellten sinken seither die Reallöhne, für Freischaffende stürzen die Honorare ins Bodenlose, die Journalistinnen und Journalisten sind Sparrunden der Verleger mehr oder weniger hilflos ausgeliefert, qualifizierte Leute fliehen aus dem Beruf. Die Verleger ihrerseits haben ganz darauf verzichtet, mit ihren Sozialpartnern gemeinsam über die Zukunft des krisenhaften Mediengeschäfts nachzudenken.

Es ist höchste Zeit, dass sich die Deutschschweizer und Tessiner JournalistInnen für ihren GAV wehren, wie die Westschweizer KollegInnen dies am Aktionstag vom 29. August demonstriert haben.

Der Vorstand der Journalistinnen und Journalisten bei syndicom fordert von den Verlegern, die Gespräche mit den Sozialpartnern wieder aufzunehmen.

syndicom will sich zusammen mit impressum mit aller Kraft für einen echten GAV einsetzen: Dieser muss für die Medienschaffenden der Print- und Onlinemedien in allen Landesteilen gelten und verbindliche Mindestlöhne enthalten. Angesichts der verschärften Medienkonzentration braucht es verbindliche Regeln für die Arbeitsbedingungen und Mindestlöhne - sowohl in der Deutschschweiz wie in der Westschweiz und im Tessin.

Quelle / Kontakt:

http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/zeitungsverleger-lehnen-branchenvereinbarung-mit-medienschaffenden-ab-syndicom-fordert-einen-echten.html

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Mehr:

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/bizarrerien-in-interlaken-1.18149460#

http://www.medienspiegel.ch/archives/006049.html

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