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DER ZURICH ART PRIZE 2022 GEHT AN DIE KANADISCH-FRANZÖSISCHE KÜNSTLERIN KAPWANI KIWANGA

DER ZURICH ART PRIZE 2022 GEHT AN DIE KANADISCH-FRANZÖSISCHE KÜNSTLERIN KAPWANI KIWANGA

29.11.2021 Das Museum Haus Konstruktiv Zürich und die Zurich Insurance Group Ltd gaben heute die 15. Gewinnerin des international beachteten Zurich Art Prize bekannt: Der Kunstpreis geht 2022 an die kanadisch-französische Künstlerin Kapwani Kiwanga (Bild, *1978 in Hamilton, CA, lebt und arbeitet in Paris). Der mit CHF 100'000 dotierte Preis setzt sich aus einem Budget von CHF 80'000 für die Produktion einer Einzelausstellung und einer Preissumme von CHF 20'000 zusammen.


Bild: Kapwani Kiwanga, Gewinnerin des Zurich Art Prize 2022 - Foto: Bertille Chéret

Die Jury des Zurich Art Prize zeigte sich besonders begeistert "von Kapwani Kiwangas Fähigkeit, ihre Recherchen zu gesellschaftlich relevanten Themen in ansprechende visuelle Aussagen zu übersetzen": "Kiwangas Arbeiten bieten verschiedene Lesarten, über die sich die BetrachterInnen ihnen nähern können, sei dies aus materieller, phänomenologischer oder kunst- und kulturhistorischer Perspektive."

Bevor sich Kapwani Kiwanga der Kunst verschrieb, studierte sie Anthropologie und vergleichende Religionswissenschaften in Kanada. Ihre Mitte der 2000er-Jahre aufgenommene künstlerische Praxis wurzelt denn auch in geistes- und sozialwissenschaftlichen Recherchetätigkeiten. Sie umfasst Skulpturen, Performances, Videos und installative Settings.

"Ihre Projekte führen Kiwanga in Archive, wobei sie ihren Blick auf Nebenschauplätze der Narrative zu unterrepräsentierten Geschichten richtet und sich insbesondere für Themen rund um historische und gegenwärtige Machtasymmetrien sowie für Wissensgenerierung interessiert. Daraus entstehen Werke, die sowohl durch ihre nach sozialgeschichtlichen Konnotationen ausgewählten Materialien – wie mit Perlen bestickte Textilien, Zuckerrohrpapier und Pflanzen – als auch durch ihre reduzierte Ästhetik und klare Formensprache bestechen", heisst es in der Medienmitteilung zur Gewinnerin.

Bild: Kapwani Kiwanga, Flowers for Africa, 2013-ongoing, Installationsansicht Prix
Marcel Duchamp 2020, Centre Pompidou, Paris, 2020-2021 - Foto: Aurélien Mole

Für ihr seit 2012 laufendes Projekt Flowers for Africa zum Beispiel durchsucht Kiwanga Archive nach Bildmaterial, das im Zusammenhang mit dem Weg afrikanischer Länder in die staatliche Unabhängigkeit entstand. Dabei gilt ihr Interesse den floralen Arrangements, die entsprechende diplomatische Treffen oder zeremonielle Feiern begleiten. Ausgehend von den historischen Aufnahmen beauftragt die Künstlerin FloristInnen, Blumengestecke auszuarbeiten, die später im Ausstellungsraum an den Wänden, auf Sockeln oder gar als freistehende Torbogen präsentiert werden. Während der Ausstellungsdauer welken diese, wodurch die Fragilität geschichtlicher Prozesse erlebbar wird. Dazu sagt Kiwanga: "Zunächst ist das Land enthusiastisch und voller Hoffnung für seine Zukunft als unabhängiger Staat und distanziert sich von seiner kolonialen Geschichte. Doch dieser Enthusiasmus schwindet allmählich angesichts der realen Gegebenheiten und Schwierigkeiten des Alltags, sei es in der Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft."

cp

Kapwani Kiwangas Einzelausstellung im Museum Haus Konstruktiv wird vom 27. Oktober 2022 bis 15. Januar 2023 zu sehen sein.

Kontakt:

https://www.hauskonstruktiv.ch/ 

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Bild: Kapwani Kiwanga, Plot, Installationsansicht, Haus der Kunst, München, 2020 - Foto: Dominik Gigler

 

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